Der größte Kostenfehler ist, ein neues Bad zu sagen und eine Teilsanierung zu kalkulieren. Definieren Sie den Eingriff zuerst.
01 / Budget
Was ein vollständiges Bad wirklich kostet
Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft veröffentlichte eine Befragung von Handwerksbetrieben: Für eine individuelle Komplettsanierung von 7 bis 8 m² lagen die durchschnittlichen Kosten bei 28.400 € für ein Basisbad, 34.350 € für mittlere Ausstattung und 45.850 € für ein Komfortbad. Enthalten waren neue Rohrleitungen sowie Elektro-, Maler-, Maurer- und Fliesenarbeiten. Die Erhebung stammt aus 2023; für September 2026 gibt es daraus keinen automatisch fortgeschriebenen Marktpreis.
Der bauenX-Rechner zeigt deshalb einen redaktionell gerundeten Rahmen von 20.000 bis 50.000 € für diese Art von Komplettsanierung. Das ist keine bundesweite Unter- oder Obergrenze. Wer nur Armaturen, Keramik oder Oberflächen erneuert, braucht ein anderes Angebot und kann deutlich darunter liegen. Der Quadratmeterwert allein führt in kleinen Bädern in die Irre: Viele Anschlüsse und Gewerke fallen unabhängig von der Raumfläche an.
02 / Grundriss
Erst Bewegungen planen, dann Produkte wählen
Zeichnen Sie den Raum mit echten Innenmaßen und markieren Sie Tür, Fenster, Schacht, Fallleitung, Heizkörper und Steckdosen. Prüfen Sie, ob sich Türen, Schubladen und Duschabtrennungen gleichzeitig sinnvoll öffnen lassen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei einer Badrenovierung, Bewegungsflächen und künftige Bedürfnisse mitzudenken; eine nach außen öffnende Tür kann im Notfall wichtig sein.
- 1. Raum und feste Anschlüsse maßstäblich aufnehmen.
- 2. WC, Dusche/Wanne und Waschtisch mit nötiger Bewegungsfläche platzieren.
- 3. Wasserführung, Ablauf und Abdichtung mit dem Partnerbetrieb prüfen.
- 4. Licht, Steckdosen, Lüftung und Stauraum ergänzen.
- 5. Erst jetzt Modelle, Oberflächen und Fliesenformat festlegen.
Eine freistehende Wanne auf dem Prospektbild kann auf 7 m² Laufwege blockieren. Eine bodengleiche Dusche ist nicht allein durch eine flache Duschwanne erreichbar: Bodenaufbau, Ablaufgefälle und Abdichtung müssen passen. Der Umbau von Wanne zu Dusche kann eine Alternative zur Komplettsanierung sein.
03 / Ihr Vorhaben
Aus Wünschen ein brauchbares Briefing machen
Je genauer der Leistungsumfang, desto besser lassen sich Angebote vergleichen. Die kleine Werkstatt unten übersetzt vier Entscheidungen in die Fragen, die ein Betrieb vor dem Aufmaß braucht.
Planungswerkstatt / 60 Sekunden
Was soll Ihr Bad leisten?
Treffen Sie vier Vorentscheidungen. Das Ergebnis ist ein Briefing für den Partnerbetrieb, noch kein Grundriss oder Preisangebot.
Ihr Planungsbriefing
6–8 m²
komplett erneuern
Vor dem Angebot klären
- 1Leitungen, Elektrik und Abdichtung im Bestand prüfen lassen.
- 2Anschlüsse am Platz lassen und ihren Zustand trotzdem prüfen.
- 3Duschmaß, Einstieg und Spritzwasserbereich vor der Fliesenauswahl festlegen.
Preisorientierung
Eine individuelle Komplettsanierung um 7–8 m² lag in einer Branchenbefragung von 2023 im Mittel bei 34.350 €. Der bauenX-Rechner zeigt einen groben Rahmen von 20.000–50.000 €.
Die Auswahl wird nur als Projektbeschreibung übernommen. Kostenlos und unverbindlich.
04 / Unsichtbare Arbeit
Abdichtung, Leitungen und Lüftung zuerst
Ein Bad scheitert selten am falschen Spiegel. Teuer werden undichte Übergänge, nicht geplante Leitungswege oder Feuchte im Untergrund. Lassen Sie vor dem Fliesenkauf klären, welche Flächen abgedichtet werden, wie Anschlüsse und Durchdringungen ausgeführt werden und wer die Arbeiten dokumentiert. Fragen Sie bei einer bodengleichen Dusche nach Aufbauhöhe, Ablauf und Gefälle im vorhandenen Boden.
Auch Licht und Steckdosen brauchen eine Planung vor der Oberflächenarbeit. Der Elektrobetrieb prüft die bestehenden Stromkreise und geeignete Positionen. Bei fensterlosen Bädern gehört die Lüftung in dasselbe Gespräch. Eigengekaufte Produkte sollten Sie nur mit dem ausführenden Betrieb abstimmen: Maße, Anschlüsse, Lieferzeit und Zuständigkeit bei Mängeln müssen vor der Bestellung klar sein.
05 / Angebote
Sechs Positionen, die jedes Angebot enthalten sollte
Die Betriebe sollen denselben Plan und dieselben Wünsche erhalten. Sonst vergleichen Sie Ausstattung statt Preise.
Bitten Sie um einen Gesamtpreis mit Demontage, Entsorgung und Gewerkeabstimmung. Die Branchenerhebung von 2023 nannte rund 15 Arbeitstage für eine Komplettsanierung im Durchschnitt. Lieferzeiten und Überraschungen im Bestand kommen dazu. Fragen Sie, wie lange das Bad tatsächlich nicht nutzbar ist und wer bei einem verdeckten Schaden entscheidet.
06 / Morgen mitdenken
Barrieren reduzieren, ohne Fördermittel zu versprechen
Ein schwellenarmer Einstieg, gut erreichbare Armaturen, rutschhemmende Flächen und ausreichend Bewegungsraum helfen im Alltag. Ob ein Bad technisch barrierefrei ist, lässt sich nicht aus einer breiten Tür oder bodengleichen Dusche allein ableiten. Lassen Sie Anforderungen und Maße für Ihre Nutzung fachlich planen. Die Verbraucherzentrale zeigt typische Planungsfragen.
Die KfW nimmt für den Investitionszuschuss 455-B aktuell keine neuen Anträge an, weil die Mittel ausgeschöpft sind. Planen Sie den Umbau nicht mit einem sicheren KfW-Zuschuss. Prüfen Sie unmittelbar vor einer Beauftragung, ob das Programm wieder geöffnet ist und welche anderen Hilfen für Ihren Fall gelten.
07 / Fragen
Kurz beantwortet
Wie viel kostet ein neues Bad mit 7–8 m²?
Eine Handwerksbefragung von 2023 ermittelte im Mittel 28.400 bis 45.850 € für drei Ausstattungsniveaus einer vollständigen Sanierung. Für Ihr Bad entscheidet der konkrete Bestand und Leistungsumfang.
Ist eine Teilsanierung automatisch günstiger?
Sie umfasst weniger Leistungen und kann deutlich günstiger sein. Wenn Abdichtung, Leitungen oder Untergrund bereits schadhaft sind, kann eine bloße Oberflächenerneuerung aber die falsche Investition sein.
Sollten WC und Dusche am selben Ort bleiben?
Das kann Leitungsarbeiten reduzieren, ist aber keine Pflicht. Prüfen Sie erst Raumfunktion und technischen Zustand; danach lässt sich der Aufwand einer Verlegung seriös anbieten.
Quellen / Stand
Daten und Grenzen
Preise und Dauer: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft, Befragung 2023. Barrierearme Planung: Verbraucherzentrale, Juli 2026. Aktueller Zuschussstatus: KfW 455-B. Geprüft am 23. September 2026. Ein vollständiges Angebot nach Aufmaß ersetzt keine dieser Orientierungen.
Was kostet das bei Ihnen?
Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.
Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage
