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Heizungstausch / Entscheidungshilfe 2026

Neue Heizung.
Gute Entscheidung.

Was ist heute zulässig, was kostet die Technik und was zahlt sich im eigenen Haus aus? Ein Vergleich mit klaren Annahmen statt pauschaler Sparversprechen.

Geprüft am 26. September 2026 · ca. 9 Minuten

Startpunkt / vor dem Angebot

Erst das Haus.
Dann das Gerät.

Heizlast, Heizflächen und Warmwasserbedarf bestimmen Größe und Betriebskosten. Die alte Kesselleistung ist dafür kein verlässlicher Ersatz.

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Eine Heizung wird für ein konkretes Gebäude gekauft. Nur vergleichbare Gesamtangebote zeigen, welche Entscheidung sich lohnt.

01 / Preisbasis

Was eine neue Heizung 2026 kostet

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ermittelte 2026 bundesweite Durchschnittspreise aus Rückmeldungen ihrer Beraterinnen und Berater. Darin sind Entsorgung der alten Technik und betriebsfertiger Anschluss enthalten, neue Heizleitungen und Heizflächen aber nicht. Region, Gebäude und Leistungsumfang können stark abweichen.

SystemPreisankerUmfangZusätzlich prüfen
Luft-Wasser-Wärmepumpe36.000 €Durchschnitt 2026, inkl. Anschluss und Entsorgung; neue Heizflächen/-leitungen extraHeizlast, Aufstellort, Schall, Vorlauftemperatur
Erdgekoppelte WärmepumpegrundstücksabhängigGerät plus Sonde oder Kollektor, Erdarbeiten und mögliche ErlaubnisGeologie, Grundstück, Heizlast, Quelle
Gas-Brennwert16.000 €Durchschnitt 2026, inkl. Anschluss und EntsorgungGasnetz, künftige Brennstoff- und CO₂-Kosten
WärmenetzversorgerabhängigAnschluss und laufender Wärmepreis hängen vom örtlichen Netz abVerfügbarkeit, Vertrag, Preisgleitklausel

Die Zahlen für Luft-Wasser-Wärmepumpe und Gas stammen aus dieser Erhebung. Für Erdreich und Wärmenetz gibt die Tabelle bewusst keine ausgedachte Einheitsspanne vor. Beim Wärmepumpenvergleich zählen außerdem Schall, Heizflächen und Elektroarbeiten. Für Erdwärme muss die Wärmequelle auf dem Grundstück geplant werden.

02 / Wahl

Welches System passt zum Gebäude?

Luft-Wasser-Wärmepumpen brauchen keine Bohrung, aber einen geeigneten Aufstellort. Im Bestand können sie auch mit Heizkörpern funktionieren: Das Fraunhofer ISE maß in 77 Anlagen unterschiedliche, oft gute Jahresarbeitszahlen und fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr allein und Effizienz. Erdgekoppelte Systeme erreichten in diesem Feldtest einen höheren Durchschnitt, erfordern aber eine geeignete Fläche oder Bohrung. Einen sachlichen Überblick über die Bauarten gibt die Verbraucherzentrale.

Gas ist nach der Gesetzesänderung wieder als Neuinstallation möglich; die laufenden Kosten hängen von Brennstoffpreis, Netzpreisen und weiteren gesetzlichen Anforderungen ab. Wärmenetze sind nur dort eine Option, wo ein Anschluss verfügbar ist. Hier entscheiden der konkrete Vertrag, Grundpreis und Preisgleitklauseln. Lassen Sie sich keine Entscheidung allein aus dem Gerätepreis ableiten.

Vier Fragen an die Planung
  1. 1. Wie viel Wärme braucht jeder Raum am kalten Auslegungstag?
  2. 2. Welche Vorlauftemperatur benötigen die vorhandenen Heizflächen?
  3. 3. Welche zusätzlichen Arbeiten sind im Preis enthalten?
  4. 4. Wie verändert sich die Jahresrechnung bei anderen Energiepreisen?

03 / Betriebskosten

Die Jahreskosten nachvollziehbar rechnen

Bei einer Wärmepumpe teilen Sie den jährlichen Wärmebedarf durch die prognostizierte Jahresarbeitszahl und multiplizieren den Strombedarf mit Ihrem Tarif. Bei 18.000 kWh Wärme, JAZ 3,4 und angenommenen 30 ct/kWh sind das rund 1.590 € Stromkosten pro Jahr. Wartung und Finanzierung fehlen in dieser Rechnung. Der reale Wert kann erheblich abweichen.

Rechenwerkstatt / laufende Kosten

Was die Effizienz im Jahr verändert

Stellen Sie Ihren Wärmebedarf, die angenommene Jahresarbeitszahl und den Strompreis ein. Die Rechnung zeigt nur den Strom für die Heizung; Grundpreis, Wartung und künftige Preisänderungen kommen hinzu.

Ihr Rechenbeispiel

Geschätzter Stromverbrauch

5.294 kWh/Jahr

Reine Stromkosten

1.588 € / Jahr

Bei derselben Wärmemenge und einer JAZ von 2,6 wären es rund 2.077 € Stromkosten. Das ist ein Vergleich zweier Annahmen, keine Einsparzusage gegenüber einer bestehenden Heizung.

Formel: Wärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch; Stromverbrauch × Strompreis = Stromkosten. Eine belastbare Prognose braucht die Heizlast, das Gebäude und die geplante Anlage.

Für Gas müssen Wärmebedarf, Kesselwirkungsgrad, Grundpreis und Tarif berücksichtigt werden; für ein Wärmenetz dessen Arbeitspreis, Grundpreis und Anpassungsklausel. Ein pauschaler Vergleich wie „Gas 3.000 €, Wärmepumpe 1.200 €“ ist ohne gleiche Gebäude- und Tarifannahmen nicht belastbar. Eine PV-Anlage kann Strom beisteuern, deckt den winterlichen Heizbedarf aber nicht automatisch.

04 / Rechtslage

Was das GModG seit Juli 2026 ändert

Die Bundesregierung erklärt, dass die bundesweite pauschale 65-%-Vorgabe für neue Heizungen mit Wirkung vom 29. Juli 2026 entfallen ist. Eigentümer können wieder zwischen unterschiedlichen Heizsystemen wählen. Damit ist die Entscheidung aber nicht folgenfrei: Für fossile Brennstoffe sind künftige Beimischungsregeln und die Betriebskosten relevant. Auch Landesrecht und örtliche Vorgaben können eine Rolle spielen.

Eine funktionierende Heizung muss nicht allein wegen ihres Alters sofort getauscht werden. Bei Defekt, Umbau oder Vertragsschluss sollten Sie die für Ihr Gebäude geltende aktuelle Rechtslage prüfen lassen. Eine Förderung ist eine separate Frage: Nicht jedes erlaubte System ist nach KfW 458 förderfähig.

05 / Zuschuss

KfW 458 ohne falschen Höchstbetrag rechnen

Für förderfähige klimafreundliche Heizungen nennt die KfW 458 30 % Grundförderung. Unter Bedingungen kommen Boni hinzu. Seit Juli 2026 beträgt der Klimageschwindigkeitsbonus 16 %; die Gesamtquote ist regulär auf 70 % begrenzt, in bestimmten Einkommensfällen auf 80 %. Für die erste Wohneinheit berücksichtigt die KfW höchstens 28.000 € förderfähige Kosten. Ein teureres Angebot erhöht diesen Deckel nicht.

Beispiel / nur Grundförderung

28.000 € × 30 % = 8.400 €

Bei einem Vorhaben über 36.000 € und 28.000 € ansetzbaren Kosten ergäben sich im Beispiel 8.400 € Zuschuss und 27.600 € Eigenanteil. Das setzt vollständige Förderfähigkeit voraus und ist keine Zusage. Zusätzliche Boni hängen von Eigentum, Nutzung, Einkommen und alter Heizung ab.

Die Reihenfolge: Fachplanung, Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Förderbedingung, Bestätigung zum Antrag, Antrag vor Vorhabenbeginn und dann Umsetzung nach Förderzusage. Den aktuellen Ablauf beschreibt die KfW. Unterschreiben Sie keinen unbedingten Auftrag in der Annahme, die Förderung komme automatisch.

06 / Vorgehen

Vom alten Kessel zum belastbaren Angebot

1Bestand aufnehmenAlte Heizung, Verbrauch, Heizflächen, Warmwasser und mögliche Aufstellorte dokumentieren.
2Heizlast berechnenRaumweise Heizlast und nötige Vorlauftemperaturen prüfen lassen, statt die neue Anlage nach der alten Kesselleistung auszuwählen.
3Systeme vergleichenInvestition, Umbauten, Wärmebedarf, Strom-/Brennstofftarif und Wartung auf derselben Grundlage rechnen.
4Vollständige Angebote einholenGerät, Demontage, Elektroarbeiten, Hydraulik, Heizkörper, Inbetriebnahme und offene Positionen ausweisen lassen.
5Förderung prüfenBei KfW 458 den bedingten Vertrag und die Bestätigung zum Antrag vor dem Antrag vorbereiten; Antrag vor Vorhabenbeginn.
6Erst dann umsetzenNach Förderzusage und geklärtem Leistungsumfang Termin, Einbau, Abnahme und Unterlagen abstimmen.

Für eine brauchbare Anfrage reichen zunächst Baujahr, Wohnfläche, bisherige Heizung und Jahresverbrauch, Heizkörper oder Flächenheizung sowie Fotos von Heizraum und Aufstellort. Der Partnerbetrieb ergänzt die technische Prüfung vor Ort.

07 / Häufige Fragen

Worauf es noch ankommt

Muss eine alte Gasheizung sofort raus?

Nicht allein wegen ihres Alters. Lassen Sie Defekt, technische Pflichten und die aktuelle Rechtslage für Ihr Gebäude prüfen. Eine frühzeitige Planung schafft mehr Auswahl.

Geht eine Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung?

Ja, häufig. Heizlast, ausreichend große Heizkörper und Vorlauftemperatur sind entscheidend. Eine pauschale 55-°C-Grenze oder feste Sparquote ersetzt die Planung nicht.

Was ist bei drei Angeboten vergleichbar?

Nur der gleiche Leistungsumfang: Gerät, Demontage, Elektrik, Hydraulik, Heizflächen, Inbetriebnahme und offen ausgewiesene Zusatzarbeiten.

Den Wechsel als Ablauf durch das Haus planen

Klärungsbedarf besteht häufig zwischen den Gewerken: Wer demontiert den Altbestand, wer übernimmt Tank oder Schornstein, und wer erledigt Elektroanschluss sowie Wiederherstellung? „Bauseits“ bedeutet nicht kostenlos. Lassen Sie die Schnittstellen, Termine und noch offenen Kosten im Angebot ausweisen.

Für den Wechsel im Winter braucht es einen Plan für Warmwasser und Heizung während der Unterbrechung. Bei einer provisorischen Lösung sollen Miete, Strom- oder Brennstoffbedarf und Aufstellort erkennbar sein. übernehmen Sie den alten Jahresverbrauch nicht unverändert als Nutzwärmebedarf: Kessel- und Verteilverluste sowie Warmwasseranteil können die Rechnung verzerren.

Vergleichen Sie zwei Varianten mit derselben Wärmeversorgung und den heutigen verfügbaren Tarifen. Rechnen Sie zusätzlich mit verändertem Energiepreis und geringerem Wärmebedarf nach einer bereits geplanten Dämmung. So wird sichtbar, welche Entscheidung auch bei abweichenden Annahmen trägt.

Quellen / September 2026

Worauf diese Entscheidungshilfe beruht

Preise: Verbraucherzentrale Energieberatung 2026. Effizienz im Bestand: Fraunhofer ISE. Rechtslage: Bundesregierung zum GModG. Förderung: KfW 458. Die Rechenbeispiele sind keine individuelle Planung und keine Förderzusage.

Was kostet das bei Ihnen?

Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.

Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage