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Wärme unter dem Grundstück / 2026

Unter der Erde.
Über dem Standard.

Sonde oder Kollektor? Die Entscheidung beginnt bei Heizlast, Grundstück und Genehmigung. Erst dann lässt sich ein vollständiger Preis für die Wärmequelle und die Heizung vergleichen.

Geprüft am 26. September 2026 · ca. 8 Minuten

Fraunhofer / Bestandsgebäude

4,3

Mittlere Jahresarbeitszahl erdgekoppelter Anlagen im Feldtest des Fraunhofer ISE. Die Spanne betrug 3,6 bis 5,4. Das ist keine Zusage für ein einzelnes Haus.

Effizienz hängt auch von Heizflächen und Auslegung ab.

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Bei Erdwärme kauft man nicht nur eine Wärmepumpe. Man erschließt zuerst die Quelle – und genau dort unterscheiden sich Grundstücke und Angebote.

01 / Preis

Was kostet die gesamte Erdwärmepumpe?

Lassen Sie Wärmequelle, Heiztechnik und Umbau des Bestands als getrennte, vollständige Kostenblöcke anbieten. Geologie, Zufahrt und behördliche Bedingungen können die Erschließung wesentlich verändern. Eine reine Gerätepreisspanne bildet diese Unterschiede nicht ab.

01QuelleSonde oder Kollektor mit Erdarbeiten
02AnlageWärmepumpe, Speicher, Hydraulik
03BestandElektrik, Altanlage, Heizflächen

Der oft zitierte Preis „pro Bohrmeter“ ist kein Gesamtpreis. Er kann Baustelleneinrichtung, geologische Risiken, Verfüllung, Leitungen, behördliche Unterlagen oder Gartenwiederherstellung auslassen. Fordern Sie einen Gesamtpreis vor Förderung mit klar ausgewiesenen Eventualpositionen. Zum Vergleich mit einer Luftanlage hilft der Luft-Wärmepumpen-Ratgeber.

02 / Wärmequelle

Sonde oder Kollektor – das Grundstück entscheidet

Eine Erdsonde nutzt vertikale Bohrungen. Sie braucht wenig Fläche, aber Zugang für ein Bohrgerät und eine sorgfältige Auslegung. Flächenkollektoren liegen oberflächennah und brauchen deutlich mehr freie, unversiegelte Fläche. Darüber sollten später keine Gebäude oder versiegelten Flächen geplant werden. Die Verbraucherzentrale Energieberatung beschreibt diese Unterschiede und nennt die Heizlast als Grundlage der Dimensionierung.

FrageErdsondeKollektor
PlatzKleine Oberfläche, Bohrgerät braucht ZufahrtGroße dauerhaft freie Fläche
ErdarbeitBohrung, Verfüllung, SondenanschlussAushub, Rohrverlegung, Wiederherstellung
VorprüfungGeologie, Schutzgebiet, Anzeige/ErlaubnisHeizlast, verfügbare Fläche, Boden und ggf. Erlaubnis

Eine pauschale Tiefe wie „immer 100 Meter“ ist keine Planung. Zahl und Tiefe der Sonden hängen laut Verbraucherzentrale von Geologie und Heizlast ab. Genauso wenig ist eine feste Kollektorfläche für jedes Haus seriös.

03 / Behörde

Vor der Bohrung Zuständigkeit und Erlaubnis klären

Für Erdwärme gibt es kein einheitliches Bundesverfahren. Das Umweltbundesamt weist auf länderspezifische Regeln hin. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind Sondenbohrungen anzuzeigen; je nach Standort ist zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Auch Kollektoren können im Einzelfall eine Genehmigung brauchen, etwa bei Grundwasserkontakt oder im Schutzgebiet.

Vor einer verbindlichen Zusage
  1. 1. Zuständige untere Wasserbehörde und Landeskarte ermitteln.
  2. 2. Schutzgebiet, geologische Beschränkungen und bestehende Leitungen prüfen.
  3. 3. Im Angebot festhalten, wer Anzeigen, Anträge und Nachweise übernimmt.
  4. 4. Erst nach positiver Standortprüfung die Quelle endgültig dimensionieren und terminieren.

Standort und zulässige Erschließung mit der Fachplanung und den zuständigen Stellen klären. Je nach Bundesland, Bohrtiefe und Standort können Wasser-, Berg- oder weitere Behörden beteiligt sein.

04 / Betrieb

Höhere Effizienz ist kein automatischer Preisvorteil

Im Fraunhofer-Feldtest mit 77 Bestandsanlagen erreichten erdgekoppelte Systeme im Mittel eine JAZ von 4,3, Luft-Wasser-Systeme 3,4. Die Gruppen sind keine zwei Anlagen am selben Haus; der Unterschied darf nicht direkt als garantierte Ersparnis verkauft werden.

Beispiel / gleiche Wärmeabgabe

≈ 4.190 kWh

18.000 kWh Wärme ÷ JAZ 4,3

≈ 1.256 €

bei angenommenen 30 ct/kWh Strom

Nur ein Rechenbeispiel, keine Kostenprognose. Tarif, Wärmebedarf und tatsächliche JAZ können abweichen; Wartung und Finanzierung sind nicht enthalten.

Für eine wirtschaftliche Entscheidung vergleichen Sie Mehrkosten der Erdquelle mit realistisch erwartbaren Stromkosten über denselben Zeitraum. Eine pauschale Amortisation in acht oder zwölf Jahren ist ohne zwei vollständige Angebote und Gebäudedaten nicht haltbar.

05 / Ausschreibung

Ein vollständiges Angebot in sechs Teilen

Vergleichen Sie Sonde und Kollektor erst, wenn beide Angebote denselben Heizbedarf und denselben Umfang abdecken. Besonders die Schnittstelle zwischen Bohrbetrieb und Heizungsbetrieb muss schriftlich geklärt sein.

01HeizlastBerechnung für das Gebäude und die geplante Warmwasserversorgung
02UntergrundGeologie, Schutzgebiete, Platz und Zugang für Bohr- oder Erdarbeiten
03WärmequelleSondenanzahl und -tiefe oder Kollektorfläche mit Auslegung
04ErschließungBohrung/Aushub, Soleleitungen, Verfüllung, Entsorgung und Gartenwiederherstellung
05HeiztechnikGerät, Speicher, Hydraulik, Elektroanschluss, Demontage und Heizflächen
06AbschlussDruckprüfung, Inbetriebnahme, Messung, Dokumentation und Gewährleistung

Fragen Sie außerdem, wer geologische Mehrkosten trägt, falls die geplante Bohrung so nicht möglich ist. Eine alternative Wärmequelle sollte vor Vertragsabschluss besprochen werden.

06 / KfW 458

Förderung nach demselben Maßstab prüfen

Für eine förderfähige Erdwärmepumpe nennt die KfW 458 30 % Grundförderung. Bedingte Boni und Förderhöchstbeträge gelten wie bei anderen geförderten Heizsystemen. Für die erste Wohneinheit zählen derzeit höchstens 28.000 € förderfähige Kosten; die maximale Quote liegt regulär bei 70 %, in bestimmten Einkommensfällen bei 80 %. Ein hoher Bohrpreis erhöht diesen Deckel nicht.

Für den Antrag brauchen Sie vorab einen Vertrag mit Förderbedingung und eine Bestätigung zum Antrag; der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Prüfen Sie den aktuellen Stand direkt bei der KfW. Der Wärmepumpen-Haupt-Ratgeber erklärt die Reihenfolge ausführlich.

07 / Fragen

Kurz vor der Entscheidung

Ist eine Erdwärmepumpe im Altbau sinnvoll?

Sie kann es sein. Heizlast, Heizflächen und die nötige Vorlauftemperatur sind entscheidend. Der Fraunhofer-Feldtest fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz allein.

Brauche ich immer eine Tiefenbohrung?

Nein. Bei geeigneter großer, freier Fläche können Kollektoren möglich sein. Die Fachplanung muss Boden und Heizlast prüfen.

Wie tief muss eine Sonde sein?

Es gibt keine allgemeingültige Tiefe. Geologie und erforderliche Wärmeleistung bestimmen Anzahl und Tiefe der Bohrungen.

Bohrmeter und Erschließungsrisiko getrennt kalkulieren

Eigenes Kostenmodell: Angenommen, die Heiztechnik mit Einbau kostet 25.000 €, zwei Sonden zu je 80 Metern kosten zusammen 12.800 € und Genehmigungsunterlagen, Leitungen sowie Wiederherstellung 3.200 €. Dann liegt das Projekt bei 41.000 € brutto vor Förderung. Der reine Ansatz von 80 €/Bohrmeter ist in diesem Modell noch nicht das komplette Erschließungspaket. Alle Preise, Tiefen und Mengen sind Rechenannahmen, keine Auslegung oder erhobenen Marktwerte.

Für den Vertrag muss klar sein, wer zusätzliche Bohrmeter, unerwartete Gesteinsverhältnisse, Entsorgung und Stillstand bezahlt. Lassen Sie Eventualpreise und Abbruchregeln festhalten. Die erforderliche Sondenlänge entsteht aus Heizlast und örtlicher Geologie; sie darf nicht aus diesem Beispiel übernommen werden.

Bei Kollektoren klären Sie die langfristige Flächennutzung einschließlich geplanter Bebauung. Vor Bestellung soll die zuständige Wasser- beziehungsweise Bergbehörde die nötigen Verfahrensschritte für den Standort bestätigen.

Quellen / September 2026

Daten und Grenzen

Grundstück und Technik: Verbraucherzentrale Energieberatung und Umweltbundesamt. Gemessene Effizienz: Fraunhofer ISE. Förderung: KfW 458. Für Ihr Grundstück zählen aktuelle Fachplanung und ein vollständiges Angebot.

Was kostet das bei Ihnen?

Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.

Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage