Die wichtigste Frage ist nicht „Welche Wärmepumpe ist am billigsten?“, sondern: Welche Anlage versorgt dieses Haus mit welcher Effizienz – und was steht vollständig im Angebot?
01 / Kostenrahmen
Was eine Wärmepumpe tatsächlich kostet
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ermittelte für 2026 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen einen Durchschnittspreis von 36.000 €. Enthalten sind die Entsorgung der alten Heizung und der betriebsfertige Anschluss; neue Heizleitungen und Heizflächen sind ausgenommen. Eine 2026er Auswertung von Angeboten in Rheinland-Pfalz fand 21.099 bis 54.168 € und einen Mittelwert um 36.400 €. Diese Spanne ist eine regionale Stichprobe, keine Unter- oder Obergrenze für jedes Haus.
Der Preis eines bloßen Geräts ist keine belastbare Vergleichszahl. Fordern Sie einen Gesamtpreis vor Förderung und lassen Sie notwendige, aber noch nicht bezifferte Arbeiten separat kennzeichnen. Der bauenX-Rechner zeigt die gerundete Spanne dieser regionalen Angebotsauswertung; er darf nicht als verbindlicher Marktpreis gelesen werden. Im Altbau können Heizkörper, Elektroanlage oder Leitungsführung zusätzlich kosten.
02 / Leistungsumfang
Sechs Positionen, die im Angebot sichtbar sein müssen
Zwei Angebote mit derselben Wärmepumpe können Tausende Euro auseinanderliegen, weil das eine Planung, Elektroarbeiten oder die alte Heizung ausklammert. Bitten Sie die Betriebe um denselben Leistungsumfang und markieren Sie offene Positionen vor der Entscheidung.
Fragen Sie ausdrücklich nach den Schnittstellen zwischen Heizungs- und Elektrobetrieb. Wer übernimmt Zählerschrank, Anschluss, Registrierung und Inbetriebnahme? Wenn dafür nur „bauseits“ steht, ist der spätere Aufwand noch nicht im Preis.
03 / Eignung
Altbau heißt nicht automatisch ungeeignet
Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern über mehrere Jahre gemessen. Die Luft-Wasser-Anlagen erreichten Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 4,9, im Mittel 3,4. Beim Baujahr zeigte sich kein Zusammenhang mit der Effizienz. Auch ausreichend dimensionierte Heizkörper konnten mit niedrigen Temperaturen arbeiten.
Vor der Bestellung prüfen
- 1. Raumweise Heizlast berechnen lassen.
- 2. Prüfen, welche Vorlauftemperatur jeder Raum bei Kälte braucht.
- 3. Kritische Heizkörper und nötige Anpassungen im Angebot ausweisen lassen.
- 4. Eine plausible Prognose der Jahresarbeitszahl und Stromkosten verlangen.
Eine pauschale „55-Grad-Grenze“ ist kein Eignungstest. Hohe Vorlauftemperaturen können die Effizienz verschlechtern; die Entscheidung ergibt sich aus dem gesamten System. Der Vergleich mit anderen Heizungsarbeiten hilft, zusätzliche Maßnahmen richtig einzuordnen.
04 / Wärmequelle
Luft, Erdreich oder Grundwasser?
Luft-Wasser-Wärmepumpen brauchen keine Bohrung und lassen sich deshalb oft einfacher nachrüsten. Erdgekoppelte Systeme sind im Betrieb tendenziell effizienter, benötigen aber eine geeignete Fläche oder Bohrung und zusätzliche Planung. Im Fraunhofer-Feldtest lag die mittlere Jahresarbeitszahl erdgekoppelter Anlagen bei 4,3 gegenüber 3,4 für Luft-Wasser. Das ist ein Ergebnis dieser Stichprobe, kein garantierter Abstand zwischen zwei konkreten Angeboten.
Für Luft-Wasser ist der Aufstellort entscheidend: Schall, Luftströmung, Wartungszugang und Leitungsweg gehören auf einen Plan. Ein starrer Abstand zur Grundstücksgrenze ist keine allgemeingültige Antwort; Standort und örtliche Anforderungen müssen im Einzelfall geprüft werden. Einen Überblick über die Systemunterschiede bietet die Verbraucherzentrale.
05 / Betriebskosten
Strombedarf selbst nachvollziehen
Der einfache Zusammenhang lautet: jährlicher Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl gleich benötigter Strom. Bei 18.000 kWh Wärme und einer JAZ von 3,4 sind das rund 5.300 kWh Strom im Jahr. Bei angenommenen 30 ct/kWh entstehen etwa 1.590 € reine Stromkosten. Ihr tatsächlicher Wärmebedarf, Tarif und die gemessene Effizienz können abweichen.
Rechenwerkstatt / laufende Kosten
Was die Effizienz im Jahr verändert
Stellen Sie Ihren Wärmebedarf, die angenommene Jahresarbeitszahl und den Strompreis ein. Die Rechnung zeigt nur den Strom für die Heizung; Grundpreis, Wartung und künftige Preisänderungen kommen hinzu.
Ihr Rechenbeispiel
Geschätzter Stromverbrauch
5.294 kWh/JahrReine Stromkosten
1.588 € / JahrBei derselben Wärmemenge und einer JAZ von 2,6 wären es rund 2.077 € Stromkosten. Das ist ein Vergleich zweier Annahmen, keine Einsparzusage gegenüber einer bestehenden Heizung.
Formel: Wärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch; Stromverbrauch × Strompreis = Stromkosten. Eine belastbare Prognose braucht die Heizlast, das Gebäude und die geplante Anlage.
Eine PV-Anlage kann einen Teil des Stroms liefern, aber in der Heizsaison entsteht viel Bedarf bei wenig Sonne. Rechnen Sie deshalb nicht mit einer pauschalen „kostenlosen“ Versorgung. Wenn Sie PV planen, hilft unser PV-Kostenratgeber beim Angebotsvergleich.
06 / KfW 458 · September 2026
Förderung richtig rechnen – und rechtzeitig beantragen
Die KfW-Heizungsförderung 458 beginnt bei 30 % Grundförderung. Unter Bedingungen kommen ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % und ein gestaffelter Einkommensbonus hinzu. Seit der Anpassung vom 21. Juli 2026 sind insgesamt höchstens 70 % der förderfähigen Kosten möglich; 80 % gelten nur für selbstnutzende Eigentümer mit entsprechend niedrigem zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Für die erste Wohneinheit berücksichtigt die KfW höchstens 28.000 € förderfähige Kosten.
Rechenbeispiel / nur Grundförderung
28.000 € × 30 % = 8.400 €
Kostet ein förderfähiges Vorhaben 30.000 €, bleiben für die Grundförderung nur 28.000 € ansetzbar. Unter den Beispielannahmen wären 8.400 € Zuschuss möglich; 21.600 € wären selbst zu tragen. Ein Anspruch oder eine konkrete Förderzusage ergibt sich daraus nicht. Zusätzliche Boni hängen von persönlichen und technischen Voraussetzungen ab.
Die Reihenfolge ist wichtig: Zuerst Planung, dann ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Förderbedingung und die Bestätigung zum Antrag, anschließend der Antrag bei der KfW. Beginnen Sie die Arbeiten erst nach der Förderzusage. Den aktuellen Ablauf beschreibt die KfW. Alte Tabellen mit pauschal 70 %, 30.000 € Deckel oder früheren Technologieboni sind für neue Anträge nicht verlässlich.
07 / Nächster Schritt
Mit diesen Angaben wird die Anfrage brauchbar
Notieren Sie Gebäudealter, Wohnfläche, bisherigen Energieträger und Verbrauch der letzten Jahre. Hilfreich sind Fotos von Heizraum, Zählerschrank, Heizkörpern und möglichen Aufstellorten. Schreiben Sie dazu, ob Sie Heizkörper tauschen, Warmwasser mitversorgen oder später Photovoltaik ergänzen möchten. Fehlen einzelne Angaben, lassen Sie sie offen – der Partnerbetrieb muss ohnehin vor Ort prüfen.
Bitten Sie darum, Gerät, Planung, Umfeldarbeiten und Förderung getrennt zu besprechen. So können Sie die Angebote anhand gleicher Positionen vergleichen und eine Nachforderung früh erkennen.
08 / Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Geht eine Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung?
Ja. Entscheidend sind Heizlast, passende Heizkörper und möglichst niedrige Vorlauftemperaturen. Im Fraunhofer-Feldtest liefen Anlagen auch mit Heizkörpern effizient; das Baujahr allein sagte die Effizienz nicht voraus.
Ist 55 °C eine feste Grenze für Altbauten?
Nein. Höhere Vorlauftemperaturen verschlechtern meist die Effizienz, aber eine einzelne Temperatur entscheidet nicht über die Eignung. Lassen Sie die nötigen Temperaturen raumweise prüfen und die zu erwartende Jahresarbeitszahl berechnen.
Was bedeutet eine Jahresarbeitszahl von 3,4?
Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen über das Jahr im Mittel 3,4 Kilowattstunden Wärme. Das Fraunhofer ISE maß bei Luft-Wasser-Anlagen im Bestand durchschnittlich 3,4; einzelne Anlagen lagen deutlich darunter oder darüber.
Wann wird die Förderung beantragt?
Für KfW 458 brauchen Sie vor dem Antrag einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung zur Förderzusage und eine Bestätigung zum Antrag. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Prüfen Sie den aktuellen Ablauf direkt bei der KfW.
Quellen / Stand
Worauf die Aussagen beruhen
Geprüft am 23. September 2026. Technik und Eignung: Fraunhofer ISE, Feldtest 2025, Verbraucherzentrale, Systemvergleich und Aufstellung. Preisorientierung: Verbraucherzentrale, Heiztechnikpreise 2026 und Angebotsauswertung 2026. Förderbedingungen und Reihenfolge: KfW 458 und Antragsschritte. Nur das konkrete Angebot und die aktuelle Förderzusage sind für Ihr Projekt maßgeblich.
Was kostet das bei Ihnen?
Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.
Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage
