Ratgeber
Wärmepumpe Kosten 2026: Typen, Förderung & Altbau
Die Wärmepumpe ist 2026 der Standard bei der Heizungsmodernisierung. Sie nutzt kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Dieser Ratgeber zeigt alle Kosten nach Typ, die komplette Aufschlüsselung einer Anlage, die BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent, die Eignung im Altbau und ein durchgerechnetes Beispiel. Ergänzend dazu unser allgemeiner Heizungs-Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 12.000-22.000 €, günstigster Typ, für rund 80 % der Einfamilienhäuser geeignet
- Sole-Wasser (Erdwärme): 15.000-30.000 €, effizienter, aber mit Bohrung oder Kollektorfläche
- BEG-Förderung 2026: 30 % Grundförderung plus Boni, maximal 70 % Zuschuss (gedeckelt auf 21.000 €)
- JAZ entscheidet über die Stromkosten: je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Effizienz
- Altbau: möglich, wenn die Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C bleibt
- bauenX bündelt Heizungsbauer, Elektriker und Demontage in einen Festpreis
1. Wärmepumpe Kosten nach Typ
Der Preis hängt vor allem davon ab, woher die Wärmepumpe ihre Energie holt. Luft ist überall kostenlos verfügbar, Erdwärme und Grundwasser liefern mehr Effizienz, verlangen aber eine aufwendige Erschließung. Die folgenden Preise verstehen sich inklusive Gerät und Installation, vor Abzug der Förderung.
Preise inklusive Gerät und Installation, vor Abzug der Förderung. Für alle Typen außer Luft-Luft sind 30-70 % BEG-Zuschuss möglich.
Der Eigenanteil ist durch den Förderdeckel begrenzt: Maximal 30.000 € der Kosten sind förderfähig, der Zuschuss damit auf 21.000 € gedeckelt. Eine Luft-Luft-Anlage heizt nur die Raumluft, erzeugt kein Warmwasser und gilt nicht als förderfähige Gebäudeheizung.
2. Was kostet eine komplette Anlage?
Eine Wärmepumpe ist mehr als nur das Gerät. Wer Angebote vergleicht, sollte prüfen, ob alle folgenden Posten enthalten sind. Lücken hier sind der häufigste Grund für spätere Nachträge.
| Posten | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (Gerät) | 8.000-16.000 € | je nach Typ und Leistung |
| Puffer- & Warmwasserspeicher | 1.500-3.500 € | für ruhigen Lauf und Warmwasser |
| Hydraulische Einbindung | 2.000-4.000 € | Verrohrung, Anbindung ans Heizsystem |
| Elektroinstallation | 800-2.500 € | eigener Stromkreis, ggf. Zählerschrank |
| Erschließung der Wärmequelle | 0-15.000 € | Luft: 0 €, Erdsonde: 6.000-15.000 € |
| Demontage Altheizung | 500-2.500 € | Öltank-Entsorgung am teuersten |
| Hydraulischer Abgleich & Inbetriebnahme | 500-1.200 € | Pflicht und Fördervoraussetzung |
| Anpassung der Heizflächen | 0-6.000 € | größere Heizkörper oder Fußbodenheizung |
Der größte versteckte Posten ist die Anpassung der Heizflächen. Wenn ein paar alte Heizkörper zu klein sind, reichen oft 1.000-2.000 €. Muss das ganze Haus auf Fußbodenheizung umgestellt werden, wird es deutlich teurer. Genau deshalb steht der Heizkörper-Check am Anfang.
3. Luft-Wärmepumpe im Detail
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und ist mit Abstand der häufigste Typ: keine Bohrung, keine wasserrechtliche Genehmigung, geeignet für rund 80 % der Einfamilienhäuser.
- Monoblock (12.000-18.000 €): Die komplette Kältetechnik sitzt im Außengerät, im Haus läuft nur Heizwasser. Kein Kältemittel im Gebäude, einfachere und meist günstigere Installation.
- Split (14.000-22.000 €): Verdampfer außen, Verdichter innen. Etwas höhere Effizienz möglich, die Kältemittelleitung darf aber nur ein zertifizierter Kältetechniker verlegen.
- Verhalten bei Kälte: Moderne Geräte arbeiten bis etwa −20 °C. An sehr kalten Tagen sinkt die Effizienz, ein elektrischer Heizstab springt als Reserve ein. Eine korrekte Auslegung hält diesen Anteil klein.
- Schallschutz: Außengerät 35-55 dB(A). Mindestens 3 m Abstand zur Grundstücksgrenze, nicht direkt unter Schlafzimmerfenstern und nicht in enge Ecken stellen, die den Schall verstärken.
4. Erdwärmepumpe im Detail
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme und ist der effizienteste gängige Typ, weil das Erdreich ganzjährig konstant temperiert ist. Die Mehrkosten stecken in der Erschließung.
- Erdsonde (18.000-30.000 €): Tiefenbohrung 80-120 m, Jahresarbeitszahl 4,5-5,0. Minimaler Platzbedarf, aber eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde und teils der Bergbehörde ist Pflicht.
- Flächenkollektor (15.000-25.000 €): Rohre in 1,2-1,5 m Tiefe, Jahresarbeitszahl 3,8-4,5. Braucht 200-400 m² unversiegelte Gartenfläche, die danach nicht tief bepflanzt werden darf.
- Bohrkosten: 50-100 €/m. Eine 10-kW-Anlage braucht je nach Boden rund 2 × 80 m oder 1 × 120 m Sonde. Der Bodengutachten-Aufwand ist im Preis meist enthalten.
- Wann sinnvoll: Neubau oder Sanierung mit ausreichend Grundstück, hoher Wärmebedarf, und wenn dauerhaft niedrigste Betriebskosten und maximale Effizienz das Ziel sind.
5. Wärmepumpe im Altbau
Die häufigste Frage lautet: Geht eine Wärmepumpe in meinem alten Haus? Die Antwort hängt nicht am Baujahr, sondern an einer einzigen Größe, der Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizflächen läuft. Je niedriger sie ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
Als praktische Grenze gilt: Schafft das Haus es, an einem kalten Wintertag mit einer Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C warm zu werden, ist es wärmepumpentauglich. Das lässt sich mit einem einfachen Test prüfen: An einem kalten Tag das Heizungsthermostat herunterdrehen und beobachten, ob die Räume trotzdem warm werden.
Drei Stellschrauben senken die Vorlauftemperatur:
- Größere Heizkörper: Niedertemperatur- oder Typ-33-Heizkörper geben bei gleicher Vorlauftemperatur mehr Wärme ab. Pro Stück 300-700 € inklusive Montage, oft reichen wenige kritische Räume.
- Fußbodenheizung: Die ideale Heizfläche für Wärmepumpen, weil sie mit 30-40 °C auskommt. Nachrüsten lohnt vor allem bei ohnehin geplanten Bodenarbeiten.
- Dämmung: Jede verbesserte Dämmung senkt die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur. Schon der Tausch alter Fenster oder eine Dachdämmung wirkt deutlich.
Vor der Bestellung gehören deshalb eine Heizlastberechnung und ein Heizkörper-Check dazu. Sie zeigen raumweise, wo Heizflächen zu klein sind, und verhindern, dass die Wärmepumpe später ineffizient läuft.
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6. JAZ & Effizienz verstehen
Die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage übers Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 4,0 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Der COP dagegen ist nur ein Laborwert für einen Betriebspunkt, die JAZ zählt im echten Betrieb.
| Typ & Situation | Realistische JAZ |
|---|---|
| Luft-Wärmepumpe, Heizkörper Altbau | 2,8-3,3 |
| Luft-Wärmepumpe, Fußbodenheizung | 3,5-4,2 |
| Erdwärmepumpe, Heizkörper | 3,8-4,3 |
| Erdwärmepumpe, Fußbodenheizung | 4,3-5,0 |
Die JAZ ist kein fester Gerätewert, sondern das Ergebnis der Planung. Sie steigt mit niedriger Vorlauftemperatur, einer passend dimensionierten Anlage, einer guten Wärmequelle und einem sauber durchgeführten hydraulischen Abgleich. Eine billig geplante Anlage mit JAZ 2,8 kann im Betrieb teurer sein als eine gut geplante mit JAZ 4,0, obwohl das Gerät weniger gekostet hat.
7. Laufende Kosten & Stromverbrauch
So rechnet sich der Jahresverbrauch: Wärmebedarf geteilt durch die JAZ ergibt den Strombedarf. Beispiel: 18.000 kWh Wärmebedarf geteilt durch eine JAZ von 3,6 ergibt rund 5.000 kWh Strom. Mit einem speziellen Wärmepumpentarif von 0,25-0,30 €/kWh sind das 1.250-1.500 € im Jahr.
Heizkosten pro Jahr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus.
Dazu kommt die Wartung mit 150-250 € im Jahr, deutlich weniger als bei einer Gas- oder Ölheizung mit Schornsteinfeger. Noch günstiger wird der Betrieb mit einer Solaranlage und einer Fußbodenheizung.
8. BEG-Förderung 2026
Der Heizungstausch wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als direkter Zuschuss gefördert, abgewickelt über die KfW (Programm 458). Die Boni lassen sich kombinieren:
| Bestandteil | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für jede förderfähige Wärmepumpe |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +20 % | Tausch einer alten fossilen Heizung, selbst genutzt |
| Einkommensbonus | +30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €/Jahr |
| Effizienzbonus | +5 % | natürliches Kältemittel oder Erd-/Wasser-Wärmequelle |
Kumuliert sind maximal 70 % Zuschuss möglich. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 30.000 € gedeckelt, der Zuschuss damit auf 21.000 €. Wichtig: Der Antrag muss im KfW-Zuschussportal gestellt werden, bevor der Auftrag verbindlich vergeben wird. Eine vollständige Übersicht aller Programme bietet unser Förderungs-Ratgeber.
9. Rechenbeispiel: Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus
Mit Einkommensbonus (bis 40.000 € Haushaltseinkommen) steigt der Zuschuss auf 70 %, der Eigenanteil sinkt auf rund 7.500 €. Über den bauenX-Festpreis werden Heizungsbau, Elektro und Demontage gebündelt vergeben, das vermeidet Einzelvergabe-Aufschläge und Nachträge.
10. Häufige Fehler
#1Wärmepumpe zu groß dimensioniert
Eine überdimensionierte Anlage taktet ständig ein und aus. Das senkt die Effizienz und erhöht den Verschleiß. Grundlage muss eine echte Heizlastberechnung sein, kein grober Daumenwert.
#2Vorlauftemperatur nicht gesenkt
Wer die Wärmepumpe einfach an das alte Heizsystem hängt, ohne Heizkörper oder Einstellungen anzupassen, zahlt dauerhaft hohe Stromkosten. Der Heizkörper-Check gehört vor die Bestellung.
#3Außengerät schlecht platziert
Direkt an der Grenze, unter Schlafzimmerfenstern oder in einer schallharten Ecke führt fast immer zu Streit mit den Nachbarn. Standort und Schallschutz früh planen.
#4Förderantrag nach Auftragsvergabe
Wer den Auftrag verbindlich erteilt, bevor der Antrag gestellt ist, verliert den gesamten Zuschuss. Erst Antrag, dann Auftrag.
#5Hydraulischer Abgleich weggelassen
Ohne Abgleich werden manche Räume zu warm, andere zu kalt, und die JAZ bleibt niedrig. Der Abgleich ist Pflicht und Fördervoraussetzung, darf also nicht fehlen.
11. Ablauf in 6 Schritten
- Heizlast & Quellen-Check: Heizlastberechnung, Heizkörper-Check und Entscheidung für Luft oder Erdwärme. Grundlage für eine korrekte Auslegung.
- Angebot & Förderantrag: Verbindliches Festpreisangebot einholen, dann den BEG-Antrag im KfW-Zuschussportal stellen.
- Zusage abwarten: Erst mit der Förderzusage den Auftrag verbindlich erteilen.
- Installation: Aufstellung, Verrohrung und Elektro, bei Luft-Wärmepumpe 2-4 Arbeitstage, bei Erdwärme zusätzlich Bohrung oder Kollektor.
- Inbetriebnahme & Abgleich: Einregulierung, hydraulischer Abgleich und Einweisung. Erst danach läuft die Anlage effizient.
- Verwendungsnachweis: Rechnungen und Fachunternehmererklärung einreichen, danach zahlt die KfW den Zuschuss aus.
12. Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, in den meisten Fällen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Bleibt sie unter etwa 55 °C, arbeitet die Wärmepumpe wirtschaftlich. Erreicht wird das über größere Heizkörper, eine Fußbodenheizung oder bessere Dämmung. Ein Heizlast-Check und ein Heizkörper-Check vor der Bestellung schaffen Klarheit.
Luft-Wärmepumpe oder Erdwärme: was ist besser?
Luft-Wasser ist günstiger (12.000-22.000 €), schneller installiert und braucht keine Bohrung. Erdwärme ist effizienter (Jahresarbeitszahl rund 1,0 höher) und leiser, kostet aber 15.000-30.000 € wegen der Erschließung. Für rund 80 % der Einfamilienhäuser reicht eine gut ausgelegte Luft-Wärmepumpe.
Wie hoch ist die Wärmepumpen-Förderung 2026?
Über die BEG (KfW 458) gibt es 30 % Grundförderung, dazu bis 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, bis 30 % Einkommensbonus und 5 % Effizienzbonus. Kumuliert maximal 70 % Zuschuss. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € gedeckelt, der Zuschuss also auf 21.000 €. Antrag immer vor der Auftragsvergabe.
Wie laut ist eine Luft-Wärmepumpe?
Das Außengerät liegt bei 35-55 dB(A), je nach Modell und Betriebsstufe. Empfohlen sind mindestens 3 m Abstand zur Grundstücksgrenze. Eine schallarme Aufstellung und ein leises Gerät beugen dem häufigsten Streitpunkt vor: Beschwerden der Nachbarn.
Welche Leistung braucht meine Wärmepumpe?
Maßgeblich ist die Heizlast des Hauses, ermittelt über eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Als grober Anhaltswert: ein unsanierter Altbau braucht 80-120 W/m², ein saniertes Haus 40-60 W/m², ein Neubau 25-40 W/m². Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet häufig und verschleißt schneller.
Was kostet der Betrieb pro Jahr?
Bei einem Wärmebedarf von rund 18.000 kWh und einer Jahresarbeitszahl von 3,6 verbraucht die Wärmepumpe etwa 5.000 kWh Strom. Mit einem Wärmepumpentarif von 0,25-0,30 €/kWh sind das 1.250-1.500 € im Jahr, dazu 150-250 € Wartung.
Wie lange dauert der Einbau?
Eine Luft-Wärmepumpe ist in 2-4 Arbeitstagen installiert. Bei Erdwärme kommen die Bohrung oder das Verlegen des Kollektors dazu, dann sind es 1-2 Wochen. Der hydraulische Abgleich und die Einregulierung gehören zwingend dazu.
Lohnt sich eine Wärmepumpe zusammen mit Photovoltaik?
Ja. Ein Teil des Wärmepumpenstroms kommt dann vom eigenen Dach und kostet nur die Gestehungskosten statt des Netztarifs. In der Übergangszeit lässt sich ein großer Anteil selbst decken, im Winter bleibt der Netzbezug. Solaranlage und Wärmepumpe ergänzen sich gut, ersetzen einander aber nicht.
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- Luft-Wasser vor Erdwärme prüfen: für die meisten Einfamilienhäuser ausreichend und deutlich günstiger.
- BEG-Förderung voll ausschöpfen: Klima-, Einkommens- und Effizienzbonus kombinieren.
- Vorlauftemperatur senken: wenige größere Heizkörper sind günstiger als hohe Stromkosten über 20 Jahre.
- Gewerke bündeln: Heizungsbau, Elektro und Demontage in einem Festpreis vergeben.
- Sauber einregulieren lassen: der hydraulische Abgleich kostet wenig und hebt die JAZ spürbar.
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