Die Frage ist nicht nur: Was kostet die Anlage? Sondern: Welche Arbeiten sind enthalten und welche Strommenge nutzen Sie selbst?
01 / Anschaffung
Der Preis: 10 kWp sind ein Vergleichspunkt, kein Festpaket
Für ein typisches Einfamilienhaus rechnen wir eine 10-kWp-Aufdachanlage ohne Speicher mit grob 12.000 bis 18.000 €. Darin sollten Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Gerüst, Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme enthalten sein. Ein Speicher, die Sanierung des Dachs oder ein aufwendiger Zählerschrankumbau verändern den Gesamtpreis.
Die Verbraucherzentrale NRW hat 71 PV-Angebote aus Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet. Für die Klasse über 9 bis 10 kWp lag der gerundete Mittelwert bei 1.410 €/kWp ohne Speicher. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich: Diese kleine Stichprobe ist keine Orientierungshilfe für aktuelle Anlagenpreise. Sie zeigt, warum kleine Anlagen je kWp oft mehr kosten und ein echter Angebotsvergleich nötig bleibt.
Im PV-Preis prüfen
Technik + Gerüst + Elektro + Anmeldung
Zusätzlich prüfen
Dach + Zählerschrank + Speicher
Vergleichen Sie denselben Leistungsumfang: Ein Angebot mit 9 kWp ohne Elektro-Umbau und eines mit 11 kWp samt neuem Zählerschrank lassen sich nicht über den Gesamtpreis sortieren. Fragen Sie bei auffällig günstigen Angeboten nach fehlenden Positionen, nicht nur nach einem Rabatt.
02 / Haus
Das Dach kann die bessere Investition zuerst sein
Eine PV-Anlage soll viele Jahre auf dem Dach bleiben. Sind Eindeckung, Abdichtung oder Anschlüsse bald sanierungsbedürftig, sollte die Dacharbeit mitgeplant werden. Sonst wird eine neue Anlage später wieder abgebaut. Verschattung, Dachform, Tragfähigkeit und Leitungsweg entscheiden außerdem, wie viele Module sinnvoll passen und wie sie verschaltet werden.
Eine auf Luftbildern erstellte Modulskizze ist ein Anfang. Lassen Sie sich eine belastbare Belegung, Ertragsannahmen je Dachseite und eine Prüfung des Zählerschranks zeigen. Für die technische Vorbereitung haben wir einen eigenen Dach- und Angebotsleitfaden.
03 / Stromwert
Eine ehrliche Rechnung beginnt mit vier Eingaben
Solarstrom hat zwei mögliche Werte: Er ersetzt Netzstrom im Haus oder wird vergütet eingespeist. Wie viel selbst genutzt wird, hängt davon ab, wann im Haus Strom gebraucht wird. Unser Szenario trennt diese beiden Effekte. Sie können Erzeugung, Eigenverbrauch und Strompreis verändern; die 10-kWp-Anlagengröße bleibt als Vergleichspunkt fest.
Szenario / 10 kWp ohne Speicher
Rechnen Sie mit Ihren Annahmen.
Schieben Sie die Werte. Das Ergebnis zeigt den möglichen Bruttovorteil eines Jahres, keine garantierte Rendite.
Erstes Jahr / Brutto
1.251 €
ersparter Strombezug + Einspeisevergütung
entspricht 1.500 €/kWp bei 10 kWp
EEG-Satz für neue Dachanlagen bis 10 kWp bei Teileinspeisung und Inbetriebnahme Aug.–Dez. 2026. Laufende Kosten, mögliche Vergütungsausfälle bei negativen Börsenpreisen, Abregelung, Alterung, Reparaturen und Finanzierung fehlen. Der Angebotspreis verändert die Jahreszahl nicht, ist aber für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung entscheidend.
Der angezeigte Betrag ist kein Gewinn: Anschaffung, laufende Kosten, Ersatz des Wechselrichters, Leistungsminderung, mögliche vergütungsfreie Zeiten und der Zeitwert des Geldes fehlen. Eine seriöse Langfristrechnung legt diese Annahmen offen. Ein pauschales „nach 8 Jahren bezahlt“ ohne Lastprofil und Angebot ist nicht belastbar.
04 / EEG und Steuer
Was von Staat und Netzbetreiber kommt
Für Gebäudeanlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 veröffentlicht die Bundesnetzagentur bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh für die ersten 10 kWp und 6,66 ct/kWh für den Leistungsanteil darüber bis 40 kWp. Volleinspeisung hat andere Sätze. Ab 2027 können neue Regeln gelten; verwenden Sie im Angebot den Satz für den geplanten Inbetriebnahmezeitpunkt.
Für neue Anlagen kann bei negativen Börsenstrompreisen die Vergütung zeitweise entfallen; der Förderzeitraum verlängert sich nach den gesetzlichen Regeln. Der umsatzsteuerliche Nullsteuersatz gilt beim Kauf begünstigter PV-Anlagen und wesentlicher Komponenten, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das ist kein pauschaler Zuschuss von 19 % und gilt nicht automatisch für jede zusätzliche Bauarbeit. Regionale Zuschüsse müssen am konkreten Standort und vor Beauftragung geprüft werden.
05 / Batterie
Der Speicher gehört in eine zweite Rechnung
Ein Speicher verschiebt mittags erzeugten Strom in den Abend und kann den Netzbezug senken. Er kann aber im Winter keinen Sommerstrom bereitstellen. Die Verbraucherzentrale nennt für Heimspeicher ab 5 kWh etwa 300 bis 700 €/kWh Kapazität einschließlich Installation und eine erwartete Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Preis und nutzbare Kapazität müssen zum Angebot passen.
Lassen Sie die gleiche PV-Anlage mit und ohne Speicher rechnen. Für den Speicher zählen nur die zusätzlich nutzbaren kWh – nach Lade- und Standby-Verlusten – sowie die entgangene Einspeisevergütung. Unser Speicher-Ratgeber zeigt ein vollständiges Beispiel und die Fragen für die Nachrüstung.
06 / Angebotsvergleich
Sechs Zeilen, die vor der Unterschrift klar sein müssen
Bitten Sie die Partnerbetriebe um Preise auf derselben Grundlage. Schicken Sie Dachfotos, PLZ, Jahresstromverbrauch und ein Foto des Zählerschranks. Teilen Sie mit, ob E-Auto oder Wärmepumpe geplant sind. Ein Betrieb kann Unbekanntes bei der Besichtigung klären; ein gutes Angebot kennzeichnet sie bis dahin als offene Punkte.
07 / Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Was kostet eine Solaranlage mit 10 kWp?
Für eine einfache Aufdachanlage ohne Speicher verwenden wir 12.000 bis 18.000 € als groben Planungsrahmen. Die Verbraucherzentrale fand in einer kleinen Stichprobe für Anlagen über 9 bis 10 kWp im Mittel 1.410 €/kWp, betont aber selbst, dass die Stichprobe kein aktueller Preisführer ist. Dachzustand, Zählerschrank und Angebot entscheiden.
Was kostet ein Speicher zusätzlich?
Die Verbraucherzentrale nennt für Heimspeicher ab 5 kWh derzeit rund 300 bis 700 € je kWh Kapazität einschließlich Installation. Je nach System und Bestand können weitere Elektroarbeiten oder ein anderer Wechselrichter hinzukommen. Ein separater Preis für den Speicher ist Pflicht für einen fairen Vergleich.
Wie viel Einspeisevergütung gibt es 2026?
Für neue Gebäudeanlagen mit Teileinspeisung und Inbetriebnahme von August bis Dezember 2026 gelten 7,70 ct/kWh für die ersten 10 kWp und 6,66 ct/kWh für den Leistungsanteil darüber bis 40 kWp. Maßgeblich sind Anlagentyp und Datum der Inbetriebnahme; für spätere Zeiträume können sich Regeln ändern.
Ist Photovoltaik ohne Speicher sinnvoll?
Ja. Eine PV-Anlage kann auch ohne Batterie Strom direkt im Haus nutzen und Überschuss einspeisen. Lassen Sie die gleiche PV-Leistung mit und ohne Speicher rechnen; erst der zusätzliche Nutzen des Speichers rechtfertigt dessen Preis.
Brauche ich zuerst ein neues Dach?
Wenn Dachdeckung oder Abdichtung bald erneuert werden muss, sollten Dacharbeit und PV zusammen geplant werden. Auch Statik, Verschattung und Zählerschrank gehören vor dem endgültigen Angebot geprüft.
Quellen / Stand
Was wir geprüft haben
Stand: 23. September 2026. Die Preisstichprobe stammt von der Verbraucherzentrale; technische Planung von ihrem PV-Leitfaden, Speicherwerte aus ihrer Speicheranalyse. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Vergütungssätze, das Bundesfinanzministerium erläutert den Nullsteuersatz. Die genannten 12.000–18.000 € sind ein redaktioneller Planungsrahmen für 10 kWp ohne Speicher, kein veröffentlichter Marktmittelwert.
Was kostet das bei Ihnen?
Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.
Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage
