Ein guter Dachpreis nennt den gesamten Aufbau. Eine Zahl pro Quadratmeter ohne Leistungsumfang beantwortet die wichtigste Frage nicht.
01 / Befund
Reparatur oder Neueindeckung?
Ein paar beschädigte Ziegel nach einem Sturm bedeuten nicht automatisch ein neues Dach. Entscheidend sind Ursache und Fläche des Schadens: Dringt Wasser an einer Durchdringung ein? Sind Lattung oder Unterdeckung schadhaft? Gibt es Feuchte oder Verformungen am Dachstuhl? Ein Partnerbetrieb sollte die betroffenen Stellen besichtigen und dokumentieren, bevor Sie eine Komplettsanierung beauftragen.
Eine reine Reparatur und eine neue Eindeckung erfüllen unterschiedliche Ziele. Bitten Sie bei älteren Dächern ausdrücklich um einen Befund der Schichten unter den Ziegeln. Erst daraus ergibt sich, ob die Lattung, Unterdeckung oder sogar Teile des Tragwerks dazugehören.
02 / Kostentiefe
Welche Zahl beschreibt welche Arbeit?
Das MyHammer-Preisradar vom August 2026 nennt für Standard-Dachziegel einschließlich Verlegung etwa 65–130 €/m² Dachfläche. Seine Einzelposten für Gerüst, Rückbau und Dämmung zeigen gerade, warum die Zahl für eine komplette Altbausanierung nicht reicht. Das Preisradar bezeichnet seine Angaben selbst als Schätzungen aus Marktbeobachtung, mit KI zusammengestellt. Für Ihr Haus ist nur ein aufgemessenes Angebot belastbar.
Zwei verschiedene Budgets
Standarddeckung mit Material und Verlegung laut Preisradar.
Redaktioneller Orientierungsrahmen für Altdeckung entfernen, Lattung, Unterdeckung, Neueindeckung und Gerüst; ohne neue Dämmung und Dachstuhl.
Beispiel 150 m² Dachfläche, nicht Wohnfläche: Der breite Gesamt-Richtwert ergibt rechnerisch 15.000–37.500 €. Das ist keine aktuelle Angebotsstichprobe für ein bestimmtes Haus. Dachneigung, Gauben, Schornstein, Zugänglichkeit, Material und Schäden können darunter oder darüber führen. Im Rechner lässt sich die Dachfläche als Mengenansatz ändern.
Dachdeckerarbeiten– was kostet das bei Ihnen?
Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was Ihr Vorhaben kostet, rechnet der Betrieb, der es sich ansieht: kurz beschreiben, bis zu drei Angebote vergleichen. Für Sie kostenlos.
03 / Energie
Dämmen: Dachschräge oder oberste Geschossdecke?
Wird das Dachgeschoss nicht beheizt, kann die Dämmung der obersten Geschossdecke der einfachere und günstigere Weg sein. Soll es Wohnraum werden, gehört die thermische Hülle in die Dachschräge. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Maßnahmen nach Nutzung und Gebäudekonzept zu ordnen. Bei einem ohnehin geöffneten Dach ist eine Aufsparrendämmung gut planbar; sie ist dennoch kein bloßer kleiner Zuschlag zur Deckung.
Die Verbraucherzentrale zum GModG nennt bei einer relevanten Modernisierung als Mindestwert für Steildächer und Dachschrägen U ≤ 0,24 W/(m²K), für Flachdächer U ≤ 0,20 W/(m²K). Förderprogramme können strengere Werte verlangen. Unterdeckungen, Feuchteschutz, Luftdichtheit und Anschlüsse an Wände und Fenster müssen zum System passen; die Dämmstärke allein belegt keine fachgerechte Lösung.
co2online nennt für eine begehbare oberste Geschossdecke 40–80 €/m² inklusive Montage und für unterschiedliche Dachdämmverfahren deutlich andere Spannen. Vergleichen Sie solche Werte nur bei gleicher Fläche und gleichem Aufbau. Eine pauschale Heizkostenersparnis für „das Dach“ gibt es ohne Gebäude- und Verbrauchsdaten nicht.
04 / Schnittstellen
Was sich beim geöffneten Dach mitentscheiden lässt
Ein Gerüst und eine geöffnete Dachfläche schaffen eine Gelegenheit, angrenzende Arbeiten zu bündeln. Das lohnt sich aber nur, wenn die Ausführung klar geplant ist. Neue Dachfenster verändern Anschlüsse und Dämmung. Eine Photovoltaikanlage braucht tragfähige Befestigung, Leitungswege und Abstimmung zwischen Dachdecker- und Elektroarbeiten. Bei Rinnen und Fallrohren zählen Gefälle, Anschlüsse und Entwässerung des Grundstücks.
Lage, Größe, Befestigung und Leitungsführung vor der Eindeckung festlegen.
Gauben, Schornstein, Ortgang, Rinnen und Fallrohre einzeln erfassen.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden, geänderter Dachform oder neuen Gauben können besondere Anforderungen und Genehmigungen gelten. Für die einfache Neueindeckung lässt sich die Genehmigungslage nicht bundesweit mit einem Satz beantworten; der Betrieb und die örtliche Bauverwaltung klären den konkreten Fall.
05 / Vergleichen
Fünf Blöcke für ein vollständiges Dachangebot
Geben Sie allen Betrieben dieselben Angaben und lassen Sie Positionen getrennt ausweisen. Pauschalen wie „Dach komplett“ sind erst vergleichbar, wenn Material, Schichten, Nebenarbeiten und eventuelle Befunde beschrieben sind.
Unbekannte Holzschäden lassen sich vor Öffnung nicht vollständig kalkulieren. Vereinbaren Sie, wie Befunde dokumentiert und Zusatzarbeiten freigegeben werden. Ein Puffer ist sinnvoll, aber keine Begründung für unbegrenzte Nachträge.
Dachbriefing / 60 Sekunden
Welches Dachangebot brauchen Sie?
Das Ergebnis nennt Fragen für die Besichtigung. Es ersetzt keine Schadensdiagnose oder Planung.
Für die Besichtigung
Dach neu decken.
Aufbau zuerst.
- 1Altdeckung, Lattung, Unterdeckung und Gerüst getrennt ausweisen lassen.
- 2Prüfen, ob statt der Dachschräge die oberste Geschossdecke gedämmt werden soll.
- 3Dachfläche und spätere PV-Nutzung bei der Planung offenhalten.
- 4Anschlüsse an vorhandene Fenster und Gauben prüfen.
Die Auswahl wird in Ihre Projektbeschreibung übernommen. Kostenlos und unverbindlich.
06 / Förderung
Die Förderung gilt für die Dämmung, nicht automatisch fürs ganze Dach
Förderfähige Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle können nach der aktuellen BEG-Übersicht des Bundes 15 % Grundförderung erhalten. Ob Eindeckung, Gerüst und Nebenarbeiten in Ihrem konkreten Antrag mitberücksichtigt werden dürfen, muss eine Energieeffizienz-Fachperson anhand der Richtlinie prüfen. Die neue iSFP-Regel seit Juli 2026 gewährt zusätzliche 5 % beim Einfamilienhaus erst auf den förderfähigen Betrag über 30.000 € im jeweiligen Antrag.
Planung, bedingter Liefer- oder Leistungsvertrag und Antrag müssen in der richtigen Reihenfolge liegen. Rechnen Sie keinen Zuschuss von einer pauschalen Dachsumme ab, bevor Förderfähigkeit und Leistungsumfang geklärt sind. Der Förderatlas erläutert die Programme und Beispiele.
Häufige Fragen
Muss ein altes Dach immer komplett neu gedeckt werden?
Nein. Einzelne Schäden können repariert werden. Bei flächig beschädigter Unterdeckung, Lattung oder wiederkehrender Feuchte reicht ein Ziegelwechsel dagegen möglicherweise nicht. Lassen Sie den Aufbau und die Anschlüsse untersuchen.
Ist eine Dachdämmung beim Neueindecken Pflicht?
Das GModG setzt bei bestimmten Änderungen Mindeststandards. Ob sie bei Ihrem konkreten Umfang greifen und ob Ausnahmen bestehen, muss anhand des Gebäudes geprüft werden. Unabhängig davon lohnt sich die Entscheidung über die thermische Hülle, bevor das Dach wieder geschlossen wird.
Soll ich die PV-Anlage zugleich beauftragen?
Mindestens die Dachflächen, Befestigung und Leitungswege sollten zugleich geplant werden. Ob eine Installation gleichzeitig wirtschaftlich ist, hängt von Dachzustand, Elektroanlage und Angebot ab. Unser PV-Dach-Ratgeber führt durch die Schnittstellen.
Quellen und Stand
Preisorientierung: MyHammer-Preisradar, August 2026 (Schätzwerte aus Marktbeobachtung, KI-unterstützt). Bauphysik und Pflichten: Verbraucherzentrale zum GModG und Dämmplanung. Vergleich von Dämmverfahren: co2online. Förderung: BMWE, BEG EM und neuer iSFP-Bonus. Geprüft am 23. September 2026. Der Gesamt-Richtwert von 100–250 €/m² ist eine bauenX-Orientierung für den beschriebenen Umfang, keine ausgewertete Angebotsstichprobe.
Was kostet das bei Ihnen?
Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.
Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage
