Der Quadratmeterpreis wird erst brauchbar, wenn klar ist, welche Anschlüsse, Nebenarbeiten und Oberflächen darin stecken.
01 / Budget
Was kostet ein WDVS pro Quadratmeter?
co2online nennt für ein Wärmedämmverbundsystem am Altbau 160–200 €/m² Fassadenfläche als Orientierungswert inklusive Dämmstoff und Montage. Für eine tatsächlich zu bearbeitende Fläche von 120 m² ergibt die bloße Multiplikation 19.200–24.000 €. Das ist kein Angebot und nicht die Wohnfläche des Hauses.
120 m²
160–200 €
19,2–24 T€
Gerüst, Untergrundreparatur, Fensterbänke, Laibungen, Sockel, Dachüberstand, Regenfallrohre und Entsorgung können je nach Quelle und Angebot unterschiedlich enthalten sein. Fragen Sie ausdrücklich nach, statt Pauschalen mehrfach oder gar nicht einzurechnen. Die hinterlüftete Vorhangfassade liegt in der co2online-Schätzung bei 180–300 €/m²; eine Kerndämmung kann bei geeignetem zweischaligem Mauerwerk deutlich günstiger sein, ist aber ein anderes Verfahren.
Fassadensanierung– was kostet das bei Ihnen?
Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was Ihr Vorhaben kostet, rechnet der Betrieb, der es sich ansieht: kurz beschreiben, bis zu drei Angebote vergleichen. Für Sie kostenlos.
02 / Konstruktion
Warum die einzelnen Schichten zusammengehören
Ein WDVS besteht aus der vorbereiteten Bestandswand, abgestimmter Befestigung, Dämmplatten, Armierung und äußerer Oberfläche. BauNetz Wissen weist darauf hin, dass die Komponenten als System geprüft und bauaufsichtlich verwendbar sein müssen. Ein beliebiger Mix aus Dämmplatte, Dübel und Putz ist kein gleichwertiger Systemaufbau.
Die Fassade muss tragfähig und trocken sein. Risse, loser Altputz oder Feuchte sind vor der Montage zu klären. Das Angebot sollte den Untergrundzustand und die geplante Vorbereitung beschreiben. Prüfen Sie, wie viel Dachüberstand nach der Dämmung bleibt und wie Regenwasser an Fensterbank, Sockel und Abschlussprofilen sicher abgeführt wird.
03 / Material
EPS oder Mineralwolle? Die Systemfrage ist wichtiger
EPS kann eine wirtschaftliche Lösung sein; Mineralwolle bietet als nicht brennbarer Dämmstoff andere Brandschutzeigenschaften. Holzfaser und weitere Materialien kommen je nach System und Gebäude ebenfalls infrage. Entscheidend sind der geplante U-Wert, Platz, Brandanforderungen, Feuchte- und Schallschutz sowie die zugelassene Kombination der Komponenten.
Bei EPS-Systemen können nach BauNetz Wissen je nach Gebäudeklasse und Ausführung Brandschutzmaßnahmen wie Brandriegel notwendig sein. Eine einfache Höhenregel für jedes Haus wäre irreführend. Lassen Sie die brandschutztechnische Lösung in der Planung benennen. Materialpreise allein verraten nicht den fertigen Quadratmeterpreis.
04 / Details
Fenster, Sockel und Dachrand sind die kritischen Stellen
Laibungen, Einbaulage, Fensterbänke und Rollladenkästen so planen, dass Wärmebrücken und Wasserwege beherrscht werden.
Spritzwasser, Geländeanschluss, vorhandene Abdichtung und geeignete Sockeldämmung klären.
Dachüberstand, Traufe, Ortgang und Rinnenhalter an die neue Fassadendicke anpassen.
Balkone, Vordächer, Fallrohre und Leitungen samt Befestigung und Abdichtung berücksichtigen.
Steht ohnehin ein Gerüst für Putz oder Anstrich, lohnt sich die Prüfung der Dämmung im selben Arbeitsgang. Die Verbraucherzentrale rät, Fenster und Fassade möglichst aufeinander abzustimmen. Getrennte Maßnahmen können später doppelte Laibungs- und Anschlussarbeiten verursachen.
05 / Standard
Gesetz und Förderprogramm verlangen nicht dasselbe
Wer mehr als zehn Prozent der Außenwandfläche im Sinne des Gebäudemodernisierungsgesetzes verändert, muss unter den jeweiligen Voraussetzungen einen Mindestwärmeschutz erreichen. Für die Außenwand nennt die Verbraucherzentrale U ≤ 0,24 W/(m²K). Ein bloßer Farbanstrich löst diese Anforderung nach ihrer Erläuterung nicht aus.
Bei einer geförderten Dämmung nach BEG EM gilt für übliche Außenwände ein strengerer technischer Zielwert von U ≤ 0,20 W/(m²K). Der Energieeffizienz-Experte berechnet, welcher Systemaufbau im Bestand nötig und förderfähig ist. Eine feste Dämmstoffdicke für jedes Haus gibt es nicht.
06 / Zuschuss
BEG 2026: 15 Prozent Grundförderung
Das Bundeswirtschaftsministerium nennt für förderfähige Fassadendämmung 15 % Grundförderung. Seit 21. Juli 2026 gilt für den zusätzlichen iSFP-Bonus im Einfamilienhaus eine Mindestinvestition von 30.000 € je Antrag; fünf Prozent gibt es nur auf den darüberliegenden förderfähigen Betrag. Beim Modellprojekt für 19.200–24.000 € fällt somit nicht automatisch ein iSFP-Bonus an.
Förderfähige Kosten sind nicht automatisch identisch mit jeder Position des Bauangebots. Klären Sie technischen Nachweis, förderfähige Ausgaben, bedingten Vertrag und Antrag vor Beginn. Ein Werbeversprechen wie „25 % Zuschuss auf das komplette WDVS“ ist für September 2026 falsch.
07 / Angebotsvergleich
Diese Angaben machen Angebote vergleichbar
Bitten Sie um Angaben zu Fassadenfläche, Bestandswand, Untergrundvorbereitung, Systemhersteller und zugelassenem Aufbau, Dämmstoff und Stärke, geplantem U-Wert, Befestigung und Brandschutz. Dazu gehören Gerüst und Standzeit, Sockel, Fensterlaibungen und -bänke, Dachrand, Fallrohre, Beschichtung, Entsorgung und die Dokumentation nach Abschluss.
Fragen Sie, welche Leistungen Festpreis sind und welche erst nach Öffnung des Bestands berechnet werden. Ein Angebot für eine glatte, trockene Wand ist nicht mit einem Angebot für eine sanierungsbedürftige Fassade vergleichbar. Teilen Sie Fotos von allen Gebäudeseiten sowie grobe Maße und vorhandene Schäden schon bei der Anfrage mit.
Quellen und Stand
Preisrahmen: co2online, Fassadendämmung. Planung und Gesetz: Verbraucherzentrale, Dämmung und GModG. System und Brandschutz: BauNetz Wissen. Fördertechnik: BEG-Richtlinie; Zuschuss und iSFP: BMWE und FAQ zum Bonus. Geprüft am 23. September 2026.
Was kostet das bei Ihnen?
Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.
Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage
