Ratgeber
Rohbau Kosten 2026: Preise pro m², Keller & Bodenplatte
Der Rohbau ist der teuerste Einzelblock beim Hausbau, rund 40 bis 50 % der reinen Baukosten, und die Phase, in der die meisten Entscheidungen unumkehrbar werden. Dieser Ratgeber zeigt die Kosten nach Position, den Vergleich Bodenplatte und Keller, Baugrund und Erschließung, den Dachstuhl, die Bauphasen und drei durchgerechnete Projektbeispiele.

Das Wichtigste in Kürze
- Massivbau: 800-1.200 €/m², Fertigbau: 600-900 €/m²
- Bodenplatte: 15.000-25.000 €, Keller: 40.000-70.000 €
- Der Rohbau macht rund 40-50 % der reinen Baukosten aus
- Gesamtdauer Rohbau: 3-6 Monate je nach Bauweise und Keller
- Nicht im Rohbau enthalten: Innenausbau, Technik, Außenanlagen
- bauenX koordiniert Erd-, Maurer-, Beton- und Zimmererarbeiten im Festpreis
1. Rohbau-Kosten nach Position
Der Rohbau setzt sich aus mehreren großen Positionen zusammen. So verteilen sich die Kosten, am Beispiel eines Einfamilienhauses mit 140 m² Wohnfläche. Auffällig: Außenmauerwerk und Dachstuhl machen zusammen den größten Block aus, ein Keller kann diese Verteilung komplett verschieben.
Positionen für ein 140-m²-Einfamilienhaus mit Bodenplatte. Ein Keller statt Bodenplatte kostet 40.000-70.000 € (siehe Abschnitt 3).
Mit Bodenplatte summiert sich der Rohbau eines 140-m²-Hauses auf rund 115.000-145.000 €, mit Keller entsprechend höher.
2. Was beeinflusst den Preis?
Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können sich im Rohbaupreis um Zehntausende Euro unterscheiden. Das sind die Stellschrauben:
- Bauweise: Massivbau 800-1.200 €/m², Holzrahmenbau 700-1.000 €/m², Fertighaus 600-900 €/m².
- Grundriss: ein kompakter, rechteckiger Baukörper ist 10-20 % günstiger als ein verwinkelter mit Erkern und Rücksprüngen. Jede Ecke kostet Material und Arbeitszeit.
- Geschosszahl: zwei Geschosse mit kleiner Grundfläche sind günstiger als ein Geschoss mit großer, weil Bodenplatte und Dachfläche kleiner ausfallen, die teuersten Bauteile.
- Dachform: das Satteldach ist am günstigsten, ein Walmdach 20-30 % teurer, ein Flachdach braucht eine aufwendige Abdichtung.
- Keller oder Bodenplatte: ein Keller bedeutet 25.000-45.000 € Mehrkosten und lohnt vor allem bei teuren Grundstücken.
- Region und Baugrund: in Süddeutschland liegen die Rohbaukosten 10-15 % über dem Osten, schlechter Baugrund verteuert das Fundament zusätzlich.
3. Bodenplatte oder Keller?
Eine der größten Geld-Entscheidungen im Rohbau, und sie muss vor dem Fundament fallen, denn nachträglich lässt sich nichts mehr ändern.
Bodenplatte (15.000-25.000 €)
- 25.000-45.000 € günstiger als ein Keller
- 2-4 Wochen schneller fertig
- ideal bei flachem Grundstück
- kein zusätzlicher Stau- oder Technikraum
- Leitungen liegen im Beton, spätere Änderungen sind schwer
Keller (40.000-70.000 €)
- 30-50 % mehr Nutzfläche im Haus
- Platz für Technik, Lager und Hobby
- steigert den Wert der Immobilie
- 40.000-70.000 € Mehrkosten
- Abdichtung und Drainage sind Pflicht
Faustregel: Ein Keller lohnt sich vor allem dann, wenn das Grundstück teuer ist. Denn unterkellerter Wohn- und Nutzraum ist günstiger zu schaffen, als die gleiche Fläche über ein größeres Grundstück zu gewinnen. Auf einem günstigen, ausreichend großen Grundstück spart die Bodenplatte dagegen viel Geld.
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4. Baugrund & Erschließung
Bevor der erste Stein gesetzt wird, müssen Baugrund und Grundstück vorbereitet sein. Diese Posten werden bei der ersten Kostenschätzung oft vergessen und summieren sich schnell auf einen fünfstelligen Betrag.
| Position | Kosten | Zweck |
|---|---|---|
| Bodengutachten | 500-2.500 € | Tragfähigkeit, Grundwasser, Bodenklasse |
| Erschließung (Straße, Kanal) | 5.000-20.000 € | Anschluss ans Versorgungsnetz |
| Hausanschlüsse (Wasser, Strom, Gas) | 3.000-8.000 € | Einführung ins Gebäude |
| Vermessung & Einmessung | 1.500-3.000 € | amtliche Grundstücksvermessung |
Das Bodengutachten verlangt jeder seriöse Planer, und das aus gutem Grund: Ohne Kenntnis von Tragfähigkeit und Grundwasserstand droht im schlimmsten Fall ein teures Spezialfundament, das Zehntausende Euro verschlingen kann. Bei voll erschlossenen Grundstücken stecken die Erschließungskosten oft schon im Kaufpreis, das sollte man unbedingt vor dem Grundstückskauf klären.
5. Rohbau-Phasen im Überblick
Der Rohbau läuft in einer festen Reihenfolge ab, jede Phase baut auf der vorigen auf:
- Erdarbeiten: Baugrube ausheben, das Baufeld vorbereiten, bei schlechtem Boden ein Bodenaustausch. Dauer: 2-5 Tage.
- Fundament, Bodenplatte oder Keller: Bewehrung einbringen, Beton einbringen, aushärten lassen. Dauer: 2-4 Wochen.
- Mauerwerk Erdgeschoss: Außen- und Innenwände mauern, Stürze über den Öffnungen setzen, den Ringanker betonieren. Dauer: 2-4 Wochen.
- Geschossdecke: Filigran- oder Ortbetondecke, die Aushärtung bis zur Vollbelastung dauert 28 Tage.
- Mauerwerk Obergeschoss: wie im Erdgeschoss, bei ausgebautem Dach mit einem Kniestock für mehr Stehhöhe.
- Dachstuhl und Eindeckung: der Zimmerer setzt die Sparren, der Dachdecker verlegt die Eindeckung, damit ist das Haus wetterfest. Dauer: 1-2 Wochen.
- Richtfest: der traditionelle Abschluss des Rohbaus, danach beginnt der Innenausbau.
Gesamtdauer Rohbau: 3-6 Monate. Über bauenX greifen Erd-, Maurer-, Beton- und Zimmererarbeiten lückenlos ineinander, das hält die Bauzeit kurz und vermeidet teure Standzeiten zwischen den Gewerken.
6. Dachstuhl: Holzarten & Dachformen
Der Dachstuhl trägt das gesamte Dach und schließt den Rohbau ab. Im Neubau kostet er 50-80 €/m² Dachfläche, je nach Dachform. Die Entscheidung für die Dachform fällt früh und wirkt sich auf Preis, Optik und spätere Nutzbarkeit aus.
- Satteldach: am günstigsten (50-80 €/m²), bewährt, windstabil und gut für einen späteren Dachausbau geeignet.
- Walmdach: 20-30 % teurer, vier geneigte Flächen, besonders windstabil und optisch hochwertig.
- Pultdach: einseitig geneigt, modern und ideal für eine nach Süden ausgerichtete Photovoltaik-Anlage.
- Flachdach: klare Optik, scheinbar günstig, aber Abdichtung, Attika und Entwässerung machen es am Ende selten billiger.
Standard-Holz ist Konstruktionsvollholz aus Fichte oder Tanne, günstig und für die meisten Wohnhäuser ausreichend. Brettschichtholz erlaubt größere Spannweiten ohne Zwischenstützen, was offene Grundrisse im Dachgeschoss ermöglicht. Lärche und Douglasie sind von Natur aus witterungsbeständig und eignen sich für sichtbare Konstruktionen.
7. Drei Projektbeispiele
Drei typische Rohbau-Projekte mit realistischer Kostenspanne und Dauer, als Orientierung für die eigene Planung.
Bungalow 100 m², Bodenplatte
Eingeschossig, Porenbeton, Satteldach, ohne Garage.
Einfamilienhaus 140 m², zwei Geschosse, Bodenplatte
Ziegel-Massivbau, Satteldach, zehn Fenster und Haustür.
Einfamilienhaus 160 m², mit Keller
Ziegel-Massivbau, Vollkeller, Walmdach, eine Gaube.
Beispiel 2 und 3 zeigen den Keller-Aufschlag deutlich: ähnliche Wohnfläche, aber rund 50.000 € Unterschied durch die Unterkellerung.
8. Häufige Fehler
#1Kein Bodengutachten
Wer ohne Bodengutachten baut, kennt Tragfähigkeit und Grundwasser nicht. Eine falsche Gründung kann fünfstellige Mehrkosten verursachen.
#2Trocknungszeit ignoriert
Frisches Mauerwerk und frischer Beton enthalten viel Feuchtigkeit. Wer zu früh mit dem Innenputz beginnt, riskiert Schäden und Schimmel im fertigen Haus.
#3Verwinkelter Grundriss
Jeder Erker, jeder Versprung und jede Gaube kostet extra. Ein kompakter Baukörper ist deutlich günstiger bei gleicher Wohnfläche.
#4Keller-Entscheidung zu spät
Der Keller muss vor dem Fundament feststehen. Eine nachträgliche Unterkellerung ist praktisch nicht möglich.
#5Gewerke einzeln und unkoordiniert
Erdbau, Maurer, Betonbauer und Zimmerer müssen lückenlos ineinandergreifen. Ohne zentrale Bauleitung entstehen teure Wartezeiten und Standgelder.
9. Checkliste Rohbau-Planung
- +Bodengutachten beauftragen (Tragfähigkeit, Grundwasser)
- +Bauweise festlegen (Massiv, Holzrahmen, Fertig)
- +Statik mit dem Architektenplan abstimmen
- +Baugenehmigung einholen
- +Baustrom und Bauwasser anmelden
- +Eine unabhängige Baubegleitung beauftragen
- +Bauzeitenplan mit Meilensteinen erstellen
- +Festpreisangebot mit klarem Leistungsverzeichnis einholen
10. Häufige Fragen
Was kostet ein Rohbau pro m²?
Massivbau aus Mauerwerk kostet 800-1.200 €/m², ein Fertighaus im Holzrahmenbau 600-900 €/m². Jeweils inklusive Bodenplatte oder Keller, Wänden, Geschossdecken, Dachstuhl, Dacheindeckung, Fenstern und Haustür.
Was gehört alles zum Rohbau?
Zum Rohbau zählen Erdarbeiten, Bodenplatte oder Keller, Außen- und Innenwände, Geschossdecken, Dachstuhl, Dacheindeckung, Fenster und Haustür. Nicht zum Rohbau gehören Elektrik, Sanitär, Heizung, Innenputz, Estrich und Bodenbeläge.
Was ist im Rohbau-Preis nicht enthalten?
Grundstück, Baunebenkosten, Erschließung und Hausanschlüsse, der gesamte Innenausbau sowie die Außenanlagen sind nicht Teil des Rohbaus. Der Rohbau macht rund 40-50 % der reinen Baukosten aus, nicht der Gesamtkosten inklusive Grundstück.
Bodenplatte oder Keller?
Eine Bodenplatte kostet 15.000-25.000 €, ein Keller 40.000-70.000 €. Ein Keller lohnt sich bei einem Hanggrundstück, bei hohen Grundstückspreisen und wenn Technik- und Stauraum gebraucht werden. Ohne Keller spart man 25.000-45.000 €.
Massivbau oder Fertigbau?
Massivbau aus Ziegel oder Porenbeton ist robust, schalldicht und wertstabil, dauert aber länger. Ein Fertighaus im Holzrahmenbau ist schneller errichtet und gut gedämmt. Massiv kostet 800-1.200 €/m², Fertigbau 600-900 €/m².
Wie lange dauert der Rohbau?
Ein Massivhaus braucht 3-5 Monate, ein Fertighaus wird in 1-2 Tagen aufgestellt, davor liegen aber 6-12 Wochen Produktion. Ein Keller verlängert um 2-4 Wochen. Vor dem Innenputz sollte das Mauerwerk mehrere Monate austrocknen.
Brauche ich ein Bodengutachten?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht, jeder seriöse Planer verlangt es aber. Es kostet 500-2.500 € und klärt Tragfähigkeit, Grundwasserstand und Bodenklasse. Ohne Gutachten droht im schlimmsten Fall ein teures Spezialfundament.
Was passiert beim Richtfest?
Das Richtfest ist der traditionelle Abschluss des Rohbaus, gefeiert wird, sobald der Dachstuhl steht. Danach ist das Gebäude wetterfest und der Innenausbau kann beginnen.
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- Bodenplatte statt Keller: wenn kein Keller gebraucht wird, sind das 25.000-45.000 € weniger.
- Satteldach wählen: die günstigste und bewährteste Dachform.
- In die Höhe statt in die Breite: zwei Geschosse sparen Bodenplatte und Dachfläche.
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