Zum Inhalt springen
bauen

Ratgeber

Renovierung Kosten pro m²: Was Sie 2026 wirklich einplanen müssen

"Was kostet eine Renovierung?" ist die häufigste Frage und zugleich die schwierigste Antwort. Denn es hängt davon ab, ob Sie nur streichen oder kernsanieren. Wir schlüsseln die Kosten nach 4 Renovierungsstufen, 8 Gewerken und 3 Regionen auf.

Aktualisiert: Mai 2026Lesezeit: 14 Min.
Teilen:

Das Wichtigste in Kürze

  • Schönheitsreparatur (Streichen, Tapezieren): 200-350 €/m²
  • Teilsanierung (+ Böden, Bad oder Küche): 500-800 €/m²
  • Komplettsanierung (alles neu außer Rohbau): 800-1.200 €/m²
  • Kernsanierung (inkl. Elektro, Sanitär, Dach, Dämmung): 1.000-1.500 €/m²
  • Angebote vergleichen: zwischen Betrieben liegen bei denselben Arbeiten oft deutliche Unterschiede

Kosten nach 4 Renovierungsstufen

StufeKosten/m²80 m² Wohnung
Schönheitsreparatur
Streichen, Tapezieren, kleinere Ausbesserungen, Silikon erneuern
200-350 €16.000-28.000 €
Teilsanierung
Zusätzlich: Neue Böden ODER neues Bad ODER neue Küche
500-800 €40.000-64.000 €
Komplettsanierung
Alles neu: Böden, Wände, Bad, Küche, Elektro, Maler. Der Rohbau bleibt
800-1.200 €64.000-96.000 €
Kernsanierung
Wie Komplett + Dach, Dämmung, Fenster, Heizung. Quasi Neubau im Bestand
1.000-1.500 €80.000-120.000 €

Renovierung– was kostet das bei Ihnen?

Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was Ihr Vorhaben kostet, rechnet der Betrieb, der es sich ansieht: kurz beschreiben, bis zu drei Angebote vergleichen. Für Sie kostenlos.

Angebote einholen

Was beinhaltet jede Renovierungsstufe im Detail?

Stufe 1: Schönheitsreparatur (200-350 €/m²)

Rein optische Auffrischung ohne Eingriff in die Substanz. Typisch: Wände und Decken streichen oder tapezieren, Sockelleisten erneuern, Türen und Fensterrahmen streichen, Fugen und Silikon im Bad erneuern, kleine Ausbesserungen an Putz und Spachtelmasse. Häufiger Fehler: Böden vergessen. Ein neuer Boden macht optisch 60 % des Raums aus, kostet aber 25-50 €/m² extra.

Stufe 2: Teilsanierung (500-800 €/m²)

Schönheitsreparatur plus EIN großes Gewerk: neues Bad ODER neue Küche ODER komplett neue Böden. Elektro und Sanitär werden nur punktuell angepasst, nicht erneuert. Wann sinnvoll: Wenn die Grundsubstanz noch gut ist (Leitungen unter 30 Jahre, Fenster noch dicht), aber ein Raum/Bereich dringend erneuert werden muss.

Stufe 3: Komplettsanierung (800-1.200 €/m²)

Alles neu außer dem Rohbau: Böden, Wände, Bäder, Küche, Elektro, Sanitär, Maler, Türen. Der Rohbau (tragende Wände, Decken, Fundament) bleibt. Typisch bei: Wohnungen/Häuser die 30+ Jahre nicht renoviert wurden. Achtung: Oft werden bei der Öffnung von Wänden und Böden Probleme sichtbar (alte Leitungen, Feuchtigkeit), die das Budget um 10-20% erhöhen. Puffer einplanen!

Stufe 4: Kernsanierung (1.000-1.500 €/m²)

Komplettsanierung PLUS energetische Hülle: Dach, Fassade, Dämmung, Fenster, Heizung. Quasi Neubau im Bestand. Nur Rohbau und Fundament bleiben. Wann nötig: Vorkriegsbauten, Häuser mit Energieeffizienzklasse G/H, asbestbelastete Bauteile, marode Substanz. Häufig bei Altbauten, die als Schnäppchen gekauft wurden. Die niedrigen Kaufpreise werden durch hohe Sanierungskosten relativiert.

Wie entscheiden Sie sich richtig?

Lassen Sie sich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen. Ein Energieberater analysiert den Zustand Ihres Gebäudes und empfiehlt, welche Maßnahmen sich lohnen. Kosten: 300-500 €, davon 80 % BAFA-gefördert. Der iSFP ist auch Voraussetzung für höhere BEG-Fördersätze.

Kosten nach Gewerk im Detail

Welche Arbeiten kosten wie viel? Hier die Einzelpreise für die häufigsten Renovierungsgewerke:

GewerkKosten/m²
Wände streichen (2x Farbe)8-18 €/m² Wandfläche
Tapezieren (Raufaser + streichen)12-25 €/m² Wandfläche
Laminat/Vinyl verlegen25-50 €/m² Boden
Parkett verlegen50-100 €/m² Boden
Fliesen verlegen (Boden)40-80 €/m² Boden
Fliesen verlegen (Wand)50-100 €/m² Wand
Badsanierung komplett900-1.800 €/m² Bad
Elektroinstallation80-200 €/m² Wohnfläche
Sanitärinstallation60-150 €/m² Bad/Küche
Innenputz (Kalk-Zement)20-40 €/m² Wandfläche
Trockenbau (neue Wand)60-120 €/m² Wand
Decke abhängen30-60 €/m² Decke
Türen tauschen (inkl. Zarge)300-800 €/Stück

3 Fallbeispiele mit detaillierter Kalkulation

Theorie ist hilfreich, aber konkrete Zahlen sagen mehr. Hier drei realistische Szenarien mit vollständiger Kostenaufstellung:

Beispiel 1: 1-Zimmer-Wohnung (40 m²), Schönheitsreparatur

Situation: Mietwohnung, Auszug nach 8 Jahren. Wände vergilbt, Boden zerkratzt, Bad-Fugen schwarz. Ziel: Wohnung in vermietbaren Zustand bringen. Dauer: 5 Tage.

Wände + Decken streichen (2× Farbe, 120 m² Wandfläche)2.400 €
Laminat verlegen (Wohn-/Schlafbereich, 28 m²)1.600 €
Bad: Fugen + Silikon erneuern, Armaturen polieren400 €
Türen streichen (3 Stück, beidseitig)300 €
Gesamt4.700 €

Beispiel 2: 3-Zimmer-Wohnung (80 m²), Komplettrenovierung

Situation: Eigentumswohnung, vor 25 Jahren zuletzt renoviert. Alles muss raus: Bad, Küche, Böden, Elektro. Nur Rohbau bleibt. Ziel: Moderne Wohnung zum Selbstbewohnen. Dauer: 6-8 Wochen.

Badsanierung komplett (6 m², Standard)9.000 €
Küche (Fliesen, Anschlüsse, Maler)3.500 €
Böden komplett (Laminat Wohnbereich + Fliesen Bad/Küche)5.500 €
Wände + Decken (Tapete entfernen, spachteln, streichen)4.000 €
Elektro (Steckdosen, Schalter, Sicherungskasten, FI)3.500 €
6 Türen tauschen (inkl. Zargen)2.400 €
Gesamt27.900 €

Hinweis: Materialkosten (Fliesen, Sanitärobjekte, Laminat, Farbe) kommen bei beiden Varianten identisch dazu, ca. 8.000-12.000 € für 80 m² Komplettrenovierung.

Beispiel 3: Einfamilienhaus (130 m²), Kernsanierung

Situation: Haus aus den 1970ern, günstig erworben. Energieeffizienzklasse G. Ölheizung, einfachverglaste Fenster, keine Dämmung. Kompletter Neustart nötig. Dauer: 4-6 Monate.

Dach sanieren (100 m², Lattung + Ziegel + Dämmung)18.000 €
Fassade WDVS (120 m², 14 cm Dämmung + Putz)16.000 €
Fenster tauschen (12 Stück, 3-fach-Verglasung)9.600 €
Heizung (Wärmepumpe Luft-Wasser + Fußbodenheizung)18.000 €
Elektro komplett (neue Leitungen, Sicherungskasten, Smart Home ready)12.000 €
2 Bäder sanieren (Gäste-WC + Hauptbad)18.000 €
Böden, Wände, Türen (komplett Innenausbau)15.000 €
Gesamt106.600 €

Hinweis: BEG-Förderung (Dämmung, Fenster, Wärmepumpe) kann die Kosten um weitere 15.000-25.000 € reduzieren. iSFP erhöht den Fördersatz um 5%.

Wertsteigerung: Welche Renovierung lohnt sich finanziell?

Nicht jede Renovierung rechnet sich. Manche steigern den Immobilienwert deutlich, andere sind reine Komfortausgaben. Hier die ehrliche Einordnung:

MaßnahmeKosten (Ø)WertsteigerungROI
Energetische Sanierung (Dach, Fassade, Fenster, Heizung)40.000-60.000 €+5-15%Hoch
Badsanierung8.000-15.000 €+3-5%Hoch
Küche erneuern8.000-20.000 €+3-5%Mittel
Fassade / Dach (optisch)10.000-25.000 €+3-8%Mittel
Böden erneuern3.000-8.000 €+1-3%Mittel
Wände streichen / Tapezieren2.000-5.000 €+1-2%Hoch (günstig)
Garten / Terrasse3.000-15.000 €+1-3%Niedrig
Smart Home2.000-8.000 €+0-1%Niedrig

Fazit: Die energetische Sanierung hat den besten ROI, nicht nur durch Wertsteigerung, sondern auch durch Heizkosten-Ersparnis (500-2.000 €/Jahr) und Förderung. Bäder und Küchen sind die klassischen Verkaufsargumente beim Immobilienverkauf.

Sanieren oder abreißen?

Bei sehr alter oder maroder Substanz stellt sich die Frage: lohnt die Sanierung noch, oder sind Abriss und Neubau sinnvoller?

Faustregel: Wenn die Sanierungskosten 70-80 % eines Neubaus erreichen, spricht vieles für den Neubau, vor allem wenn Statik, Grundriss oder Energiestandard ohnehin grundlegend geändert werden müssten. Ist die Grundsubstanz (Fundament, tragende Wände, Dachstuhl) intakt, ist die Sanierung fast immer wirtschaftlicher und schneller.

PositionKosten
Abriss EFH (ohne Keller)15.000-25.000 €
Abriss EFH (mit Keller)20.000-40.000 €
Schadstoff-Untersuchung vorab200-600 €
Asbest- / Schadstoffentsorgung (Aufschlag)3.000-15.000 €

Vor dem Abriss sind eine Abrissgenehmigung und eine Schadstoffuntersuchung Pflicht. Asbest oder andere Altlasten treiben die Kosten deutlich. Wer neu baut, sollte die Abrisskosten von Anfang an ins Gesamtbudget einrechnen.

Die richtige Reihenfolge der Gewerke

Falsche Reihenfolge = doppelte Arbeit und doppelte Kosten. So muss eine Komplettrenovierung ablaufen:

1

Rückbau & Demontage

Alte Böden, Fliesen, Tapeten, Sanitärobjekte, Küche raus. Estrich prüfen. Wände auf Feuchtigkeit prüfen. Asbest-Screening bei Altbauten.

2

Elektro & Sanitär (Rohinstallation)

Neue Leitungen verlegen, Steckdosen setzen, Rohre verlegen. MUSS vor dem Verputzen passieren, da Leitungen in der Wand verschwinden.

3

Trockenbau & Putz

Neue Wände ziehen, Nischen einbauen, Decken abhängen. Dann verputzen und spachteln. Trocknungszeit: 1-3 Tage je nach Schichtdicke.

4

Estrich & Abdichtung

Neuer Estrich im Bad (Abdichtung Pflicht!), Ausgleichsmasse in anderen Räumen. ACHTUNG: 4-6 Wochen Trocknungszeit für Zementestrich. Alternative: Anhydrit (7-10 Tage).

5

Fliesen (Bad, Küche, Flur)

Boden und Wand fliesen. Fugen erst nach 24h. Tipp: Fliesenleger VOR dem Estrich über Aufbauhöhen abstimmen, sonst passen die Übergänge nicht.

6

Böden verlegen (Laminat, Vinyl, Parkett)

Erst wenn Estrich trocken und Fliesen fertig sind. Übergänge zwischen Fliesen und Laminat planen. Dehnungsfugen nicht vergessen.

7

Malerarbeiten

Wände und Decken streichen oder tapezieren. IMMER als vorletztes Gewerk, nach Böden wird nichts mehr gespachtelt.

8

Endmontage & Fertigstellung

Sanitärobjekte montieren (WC, Dusche, Waschbecken), Steckdosen/Schalter anbringen, Lampen, Sockelleisten, Türen einhängen. Endreinigung.

Häufigster Fehler: Estrich-Trocknung unterschätzen

Zementestrich braucht 4-6 Wochen zum vollständigen Trocknen. Wer vorher Laminat verlegt, riskiert Schimmel und Aufquellen. Planen Sie diese Zeit ein oder wählen Sie schnelltrocknenden Anhydrit-Estrich (Aufpreis: 3-5 €/m², spart 3-4 Wochen).

Häufige Kostenfallen: warum Renovierungen teurer werden als geplant

Fast jede Renovierung wird teurer als geplant, wenn der Preis nicht vorab verbindlich festgeschrieben ist. Versteckte Schäden, nachträgliche Wünsche und unklare Angebote treiben die Kosten. Diese Kostenfallen sind die häufigsten Gründe:

Versteckte Schäden hinter Wänden und unter Böden

+2.000-8.000 €

Wenn der alte Boden rauskommt, zeigt sich oft: Feuchtigkeit, marode Balken, defekte Abdichtung, Schimmel. Budget-Puffer: mindestens 15% für Unvorhergesehenes.

Asbest in Altbauten (vor 1993)

+3.000-15.000 €

Flexplatten, Putzspachtel, Dacheindeckung und Rohrisolierung können Asbest enthalten. Professionelle Entsorgung ist Pflicht und teuer. Vor Beginn: Asbest-Screening (200-400 €).

Elektro-Nachrüstung erzwungen

+2.000-6.000 €

Bei größeren Renovierungen prüft der Elektriker oft die gesamte Installation. Entspricht sie nicht den aktuellen Normen (FI-Schalter, Mindestanzahl Stromkreise), muss nachgerüstet werden.

Estrich-Trocknungszeit unterschätzt

+500-2.000 € (Mietkosten)

Neuer Estrich braucht 4-6 Wochen zum Trocknen. In dieser Zeit kann kein Boden verlegt werden. Wer das nicht einplant, zahlt doppelt Miete oder lebt wochenlang auf Baustelle.

Nachträge durch unvollständige Planung

+10-25% des Budgets

Jede Änderung während der Bauphase kostet 30-50% mehr als bei Planungsbeginn. Gründlich planen BEVOR der erste Handwerker kommt. Tipp: 2-3 Stunden mit dem Vorarbeiter vor Ort planen.

Schallschutz und Brandschutz in Mehrfamilienhäusern

+1.500-5.000 €

Wer Wände oder Decken öffnet, muss unter Umständen den Schall- und Brandschutz auf aktuellen Stand bringen. Besonders bei Eigentumswohnungen: Bauantrag oder WEG-Beschluss nötig.

Goldene Regel: 15-20% Puffer einplanen

Wenn Ihre Renovierung 50.000 € kosten soll, budgetieren Sie 57.500-60.000 €. Das klingt nach viel, aber es schützt Sie vor Stress, halbfertigen Räumen und überstürzten Sparentscheidungen mitten in der Bauphase.

Regionale Preisunterschiede

Die Renovierungskosten schwanken je nach Region um bis zu 40%:

RegionFaktor80 m² Komplett
München, Stuttgart+30-40%83.000-134.000 €
Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf+15-25%74.000-120.000 €
Berlin, Köln, HannoverDurchschnitt64.000-96.000 €
Leipzig, Dresden, Nürnberg−5-10%58.000-91.000 €
Ländliche Gebiete Ost/Nord−15-25%48.000-82.000 €

Partnerbetriebe nivellieren den Unterschied: Da Partnerbetriebe bundesweit zu ähnlichen Preisen arbeiten, ist die Ersparnis in teuren Regionen wie München und Stuttgart besonders groß, dort sind 40 % und mehr möglich.

Förderung & steuerliche Absetzbarkeit

ProgrammBetragVoraussetzung
BAFA Einzelmaßnahmen15 %, mit iSFP ggf. +5 %Zum Beispiel Dämmung und Fenster; Heizungsförderung getrennt über KfW prüfen
KfW 455-B (Barrierefreiheit)derzeit AntragstoppNeue Anträge aktuell nicht möglich; bestehende Zusagen gelten weiter
KfW 458 (Heizungsförderung)30 % Basis, bis 80 % unter VoraussetzungenHeizungstausch, z. B. Wärmepumpe; individuelle Förderfähigkeit prüfen
Handwerkerleistungen (Steuer)bis 1.200 €/Jahr20% der Arbeitskosten absetzbar
Denkmalschutz-AfA9% p.a. über 12 JahreDenkmalgeschütztes Gebäude + Genehmigung

Große Renovierungen sinnvoll aufteilen

Nach Dringlichkeit priorisieren

Zuerst alles, was die Bausubstanz schützt: Dach, Fenster und Dämmung vor rein optischen Arbeiten. Das vermeidet teure Folgeschäden.

Gestreckt ausführen

Das Projekt in 2-3 Phasen aufteilen (z.B. Bad 2026, Küche 2027, Böden 2028) und jede Phase aus eigenen Mitteln abdecken. Längere Bauphase, dafür voll planbare Kosten.

Zuschüsse vorab klären

BAFA- und KfW-Zuschüsse sowie die Steuerermäßigung nach § 35c EStG vorab prüfen. Für KfW 458 ist vor dem Antrag ein Vertrag mit dem ausführenden Betrieb mit Förderbedingung nötig; der Antrag erfolgt vor Vorhabenbeginn. Für BAFA-Einzelmaßnahmen gelten eigene Bedingungen.

Gewerke bündeln

Mehrere Arbeiten einer Phase an einen Betrieb vergeben, der sie abdeckt. Das spart gegenüber der Einzelvergabe und reduziert den Koordinationsaufwand.

7 Spartipps für die Renovierung

1. Partnerbetrieb beauftragen

Klare Preise durch Vergleich. Über bauenX: eine Anfrage, bis zu drei Angebote, Sie entscheiden.

2. Gewerke bündeln

Bad + Küche + Böden als EIN Projekt vergeben statt drei separate Aufträge. Weniger Anfahrten, bessere Verhandlungsposition, eine Baustelle statt drei. Ersparnis: 5-10% auf den Gesamtpreis.

3. Eigenleistung gezielt einsetzen

Demontage (alte Tapeten und Böden entfernen), einfache Malerarbeiten und Endreinigung können Sie selbst übernehmen. Ersparnis: 2.000-5.000 €. NICHT selbst machen: Elektro, Sanitär und Fliesen. Dort kosten Fehler mehr als die Ersparnis.

4. Material selbst kaufen

Vergleichen Sie Materialpreise mit dem vollständigen Angebot des Betriebs. Stimmen Sie Fremdmaterial vor dem Kauf ab: Eignung, Mengen, Transport und Zuständigkeit bei Mängeln können den Endpreis verändern.

5. Förderung maximieren

BEG (energetische Maßnahmen) + KfW (Barrierefreiheit, Einbruchschutz) + Steuer (Handwerkerkosten absetzen) kombinieren. Bei Kernsanierung: bis zu 30% der Gesamtkosten durch Förderung + Steuer. iSFP erhöht BEG-Satz um 5%.

6. Nebensaison nutzen (November-Februar)

Handwerker sind im Winter besser verfügbar, fragen Sie in dieser Zeit nach Terminen. Partnerbetriebe haben in der Nebensaison kürzere Wartezeiten. Einzige Einschränkung: Außenarbeiten (Fassade, Dach) nur bei frostfreiem Wetter.

7. Prioritäten setzen statt alles gleichzeitig

Bad dieses Jahr, Küche nächstes Jahr, Böden übernächstes. Verteilt die finanzielle Belastung und erlaubt Ihnen, aus den Erfahrungen der ersten Phase für die nächste zu lernen.

Checkliste: Renovierung richtig planen

Vor der Renovierung:

Bestandsaufnahme: Was muss erneuert werden? Prioritäten setzen.
Budget realistisch festlegen, plus 15-20 % Puffer
Sanierungsfahrplan (iSFP) bei Energieberater anfordern (80% BAFA-gefördert)
Förderung beantragen BEVOR die Arbeiten beginnen (KfW, BEG)
3 Angebote einholen und vergleichen, über bauenX bis zu drei auf eine Anfrage
Angebote auf Vollständigkeit prüfen (Demontage, Entsorgung, Estrich, Abdichtung)
Vertrag mit Zahlungsplan, Zeitplan und Gewährleistung abschließen
Asbest-Screening bei Altbauten vor 1993 durchführen lassen
Bei Eigentumswohnung: WEG-Beschluss für bauliche Änderungen einholen

Während der Renovierung:

Tägliche Fotodokumentation (WhatsApp-Gruppe mit Handwerker)
Zwischenabnahmen bei Meilenstein-Zahlungen
Reihenfolge der Gewerke einhalten: Elektro/Sanitär → Estrich → Fliesen → Böden → Maler
Materiallieferungen kontrollieren (richtige Menge, richtige Farbe/Modell)
Änderungswünsche SCHRIFTLICH festhalten mit Mehrkosten-Vereinbarung
Nachbarn über Bauzeiten informieren (Ruhezeiten einhalten)

Nach der Renovierung:

Formelle Endabnahme mit Mängelprotokoll
5% Sicherheitseinbehalt für die Gewährleistungszeit vereinbaren
Alle Rechnungen, Verträge und Fotos für Steuer und Gewährleistung aufbewahren
Handwerkerkosten in der Steuererklärung geltend machen (bis 1.200 €/Jahr)

Zeitplan: Wie lange dauert eine Renovierung?

Umfang1-Zi (40 m²)3-Zi (80 m²)EFH (130 m²)
Schönheitsreparatur3-5 Tage5-10 Tage1-2 Wochen
Teilsanierung1-2 Wochen2-4 Wochen3-6 Wochen
Komplettsanierung2-3 Wochen4-8 Wochen6-12 Wochen
Kernsanierungn. v.6-12 Wochen3-6 Monate

Ein eingespieltes Team arbeitet schneller: 3-4 Fachkräfte parallel statt 1-2 nacheinander halbieren die Bauzeit bei Komplettsanierungen oft. Ein Team mit 4 Mann schafft in einer Woche, wofür ein einzelner Handwerker 3-4 Wochen braucht.

Zeitfresser Nr. 1: Koordination zwischen Gewerken

Der größte Zeitfresser ist nicht die Arbeit selbst, sondern das Warten. Wenn der Fliesenleger erst in 3 Wochen kann, steht die Baustelle still. Legen Sie die Reihenfolge vorab fest und lassen Sie sich von jedem Betrieb sagen, wann er kann und was er vom Vorgewerk fertig braucht. Das minimiert Leerlauf.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine Renovierung pro m²?

Schönheitsreparatur: 200-350 €/m². Teilsanierung: 500-800 €/m². Komplettsanierung: 800-1.200 €/m². Kernsanierung: 1.000-1.500 €/m². Regional rund 30 % Abweichung.

Renovierung oder Neubau: was lohnt sich?

Faustregel: Wenn die Sanierungskosten 70-80 % eines Neubaus erreichen, lohnt sich der Neubau. Bei guter Substanz (Statik, Dach, Keller intakt) ist die Sanierung fast immer wirtschaftlicher.

Kann ich während der Renovierung wohnen bleiben?

Schönheitsreparatur: ja, raumweise. Teilsanierung: eingeschränkt, eine Badsanierung bedeutet 2-3 Wochen ohne Bad. Komplettsanierung: besser ausziehen. Kernsanierung: Ausziehen ist Pflicht.

Welche Renovierungen steigern den Immobilienwert am meisten?

Energetische Sanierung (Dämmung, Fenster, Heizung): +5-15 %. Badsanierung: +3-5 %. Küche erneuern: +3-5 %. Fassade und Dach: +3-8 %. Bad und Küche sind die stärksten Verkaufsargumente.

Wie finde ich heraus, ob mein Haus eine Kernsanierung braucht?

Anzeichen sind Schimmel, ein undichtes Dach, eine Heizung über 25 Jahre, einfachverglaste Fenster, Risse in Wänden und ein feuchter Keller. Ein Energieberater (300-500 €) erstellt einen Sanierungsfahrplan (iSFP), davon sind 80 % BAFA-gefördert.

Was ist im Mietrecht bei einer Renovierung erlaubt?

Schönheitsreparaturen wie Streichen und Tapezieren darf der Mieter selbst ausführen. Bauliche Veränderungen wie eine Wand entfernen oder das Bad umbauen brauchen die Zustimmung des Vermieters.

Wie viel Puffer sollte ich einplanen?

Mindestens 15-20 % des Gesamtbudgets, bei Altbauten vor 1970 eher 20-25 %. Häufige Überraschungen sind Feuchtigkeit unter Böden, marode Leitungen und Asbest. Lassen Sie den Betrieb vor dem Angebot einen Blick auf Böden, Leitungen und Baujahr werfen; was er dabei findet, gehört benannt ins Angebot statt später in einen Nachtrag.

In welcher Reihenfolge sollte renoviert werden?

Von innen nach außen, von oben nach unten: 1. Elektro- und Sanitär-Rohinstallation, 2. Estrich und Abdichtung, 3. Fliesen, 4. Trockenbau, 5. Böden, 6. Malerarbeiten, 7. Montage. Eine falsche Reihenfolge bedeutet doppelte Arbeit.

Was kostet das bei Ihnen?

Die Spannen oben sind Richtwerte. Den Preis für Ihr Vorhaben nennt Ihnen der Betrieb, der es sich ansieht. Beschreiben Sie es kurz, Sie erhalten bis zu drei Angebote zum Vergleich. Für Sie kostenlos.

Kostenlos · unverbindlich · höchstens drei Betriebe je Anfrage

Kosten berechnen

Berechnen Sie Ihre Projektkosten mit unserem Projekt-Rechner.