Ratgeber
Elektroinstallation Kosten 2026: Preise, Planung & Smart Home
Ob einzelne Steckdose, komplette Raumverkabelung oder Elektrosanierung im Altbau: Die Elektrik ist ein wesentlicher Kostenfaktor und einer der wenigen Bereiche, in denen ein Planungsfehler den Wohnkomfort jahrelang mindert. Dieser Ratgeber zeigt Einzelpreise, Kosten pro Gebäude, wie viele Anschlüsse Sie wirklich brauchen, dazu Sicherheit, Smart Home und die häufigsten Fehler.

Das Wichtigste in Kürze
- Steckdose setzen: 80-150 €, Sicherungskasten erneuern: 800-2.000 €
- Einfamilienhaus Neubau: 12.000-20.000 €, Komplettsanierung: 18.000-35.000 €
- Neubau 60-100 €/m², Altbau-Sanierung 80-150 €/m² Wohnfläche
- Den Preis bestimmt der Ausstattungsstandard: Zahl der Dosen, Schalter und Stromkreise
- Elektroarbeiten dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen
- bauenX vergibt die Elektroinstallation zum verbindlichen Festpreis
1. Einzelpreise
Viele Elektroarbeiten lassen sich einzeln beauftragen. Die folgenden Preise gelten inklusive Material und Arbeit für eine Unterputz-Lösung. Wichtig: Der Preis für eine Steckdose setzt voraus, dass in der Nähe bereits ein Stromkreis liegt. Muss erst eine Leitung gezogen oder ein neuer Stromkreis gelegt werden, kommt das dazu.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Steckdose setzen (Unterputz) | 80-150 € |
| Lichtschalter setzen | 60-120 € |
| Deckenlampe anschließen | 50-100 € |
| Sicherungskasten erneuern | 800-2.000 € |
| FI-Schutzschalter nachrüsten | 150-300 € |
| Herdanschluss (Starkstrom) | 150-350 € |
| Netzwerk-Dose (CAT 7) | 100-180 € |
| Elektriker-Stundensatz | 50-80 €/h |
Eine Aufputz-Installation ist deutlich günstiger als Unterputz, weil keine Schlitze gestemmt und verputzt werden müssen. Im Wohnbereich wirkt sie aber sichtbar, sie ist eher die Lösung für Keller, Hauswirtschaftsraum oder Garage.
2. Kosten pro Raum & Gebäude
Bei größeren Projekten wird nach Gesamtumfang kalkuliert. Diese Richtwerte geben den marktüblichen Rahmen, die Spanne erklärt sich vor allem über den Ausstattungsstandard.
Richtwerte für den gesamten Projektumfang, die Spanne erklärt sich vor allem über den Ausstattungsstandard.
Die Sanierung ist pro Raum teurer als der Neubau, weil im Bestand Schlitze gestemmt, alte Leitungen entfernt und die Wände danach wieder verputzt werden müssen. Im Neubau werden die Leitungen frei verlegt, bevor die Wände geschlossen sind.
3. Wie viele Steckdosen brauche ich?
Der häufigste Ärger nach dem Einzug sind zu wenige Steckdosen. Die Elektroplanung legt fest, wie viele Anschlüsse, Schalter und Lichtauslässe jeder Raum bekommt, und sie sollte früh und großzügig erfolgen. Drei Ausstattungsstufen sind üblich:
| Raum | Mindest | Standard | Komfort |
|---|---|---|---|
| Wohnzimmer (Steckdosen) | 6 | 8-10 | 12+ |
| Küche (Steckdosen) | 7 | 9 | 12+ |
| Schlafzimmer | 4 | 6 | 8 |
| Arbeitszimmer (inkl. Netzwerk) | 5 | 7 | 10+ |
In der Rohbauphase kostet jede zusätzliche Steckdose nur 80 bis 150 €, später bedeutet Nachrüsten Schlitze, Staub und einen erneuten Maleranstrich. Großzügig zu planen ist deshalb fast immer die wirtschaftlichere Entscheidung. Sinnvoll sind außerdem Netzwerkdosen in Wohn- und Arbeitszimmer, ausreichend Stromkreise für Küche und Hauswirtschaftsraum und Leerrohre für spätere Erweiterungen wie eine Wallbox oder eine Photovoltaik-Anlage.
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4. Neubau vs. Altbau-Sanierung
Neubau (einfacher)
Leitungen werden in Leerrohren verlegt, bevor die Wände verputzt werden. Einfacher Zugang, weniger Aufwand. Rund 60-100 €/m² Wohnfläche.
Altbau-Sanierung (aufwendiger)
Alte Leitungen raus, Schlitze stemmen, neu verkabeln, verputzen. Deutlich mehr Aufwand. Rund 80-150 €/m² Wohnfläche.
Wann eine Teilsanierung nicht mehr reicht und die ganze Anlage neu muss: wenn der Verteiler noch alte Schraubsicherungen statt Leitungsschutzschalter hat, wenn der FI-Schutzschalter fehlt, wenn es im ganzen Haus nur wenige Stromkreise gibt oder wenn die Leitungen noch stoffummantelt oder ohne Schutzleiter verlegt sind. Solche Anlagen sind nicht nur unkomfortabel, sondern ein Sicherheitsrisiko.
5. Sicherheit & Vorschriften
Elektroarbeiten gehören in Fachhand
Arbeiten am Stromnetz dürfen in Deutschland nur eingetragene Elektrofachbetriebe ausführen. Die Anlage wird dokumentiert und geprüft. Eigenarbeit gefährdet den Versicherungsschutz und ist im Schadensfall ein erhebliches Risiko.
- FI-Schutzschalter: unterbricht den Strom bei einem Fehler in Sekundenbruchteilen und schützt vor lebensgefährlichen Stromschlägen. In modernen Anlagen Pflicht.
- Ausreichend Stromkreise: Küche, Bad und Hauswirtschaftsraum brauchen eigene, separat abgesicherte Stromkreise, damit nicht eine ausgelöste Sicherung den halben Haushalt lahmlegt.
- Überspannungsschutz: schützt empfindliche Geräte vor Spannungsspitzen, etwa nach einem Blitzeinschlag. Im Neubau heute Standard.
- E-Check: die Prüfung einer Bestandsanlage kostet 150-300 € und dokumentiert schwarz auf weiß, was getan werden muss.
6. Steckdosen, Schalter & Kabel
Einzelne Elektroarbeiten lassen sich auch ohne Komplettsanierung erledigen.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Steckdose versetzen oder nachrüsten | 50-150 € pro Stück |
| Neue Leitung verlegen (Unterputz) | 80-200 € |
| Kabelkanal (Aufputz) | 20-40 €/lfm |
| Außensteckdose (Aufputz, IP 44) | 80-150 € |
| Außensteckdosen-Säule | 200-600 € |
Die Unterputz-Installation ist sauberer, aber teurer, weil Schlitze gestemmt und verputzt werden. Ein Aufputz-Kabelkanal ist die schnelle, günstige Lösung im Bestand. Außensteckdosen brauchen mindestens Schutzart IP 44 gegen Spritzwasser und einen eigenen FI-Schutzschalter.
7. Rauchmelder: Pflicht & Kosten
Rauchmelder sind in allen Bundesländern Pflicht, in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren.
| Typ | Kosten pro Stück |
|---|---|
| Standard-Rauchmelder | 15-25 € |
| Funkvernetzter Melder | 30-40 € |
| Smart-Rauchmelder (App-Anbindung) | 40-80 € |
| 230-V-Melder (fest verdrahtet) | 30-60 € + Einbau |
Für ein Einfamilienhaus reichen meist 5 bis 8 Melder. Funkvernetzte Melder lösen gemeinsam aus: Brennt es im Keller, schlägt auch der Melder im Schlafzimmer Alarm, das ist über mehrere Etagen ein echter Sicherheitsgewinn. Die Wartung ist je nach Bundesland Sache des Eigentümers oder des Mieters.
8. Smart Home & Außenbeleuchtung
| System | Kosten |
|---|---|
| Smart Home Basis (Funk: Licht + Rollladen) | 1.000-3.000 € |
| Smart Home umfassend (Funk) | 5.000-10.000 € |
| Smart Home KNX (Bus-System) | 10.000-20.000 € |
| Gartenbeleuchtung (Wegeleuchte pro Stück) | 50-200 € |
| Erdkabel für Außenbeleuchtung | 10-25 €/lfm |
Funkbasierte Systeme lassen sich jederzeit nachrüsten und sind günstiger, eignen sich also für den Bestand. KNX wird fest verkabelt und ist im Neubau die zuverlässigste Lösung, weil das Bussystem herstellerunabhängig und sehr langlebig ist. Wer KNX später will, sollte im Neubau zumindest die Leerrohre dafür vorsehen. Außenbeleuchtung braucht erdverlegte Kabel und wetterfeste Leuchten, am besten gleich bei der Gartengestaltung mitgeplant.
9. Häufige Fehler
#1Zu wenige Steckdosen geplant
Der häufigste Ärger nach dem Einzug. In der Rohbauphase ist jede zusätzliche Dose günstig, später bedeutet Nachrüsten Schlitze, Staub und Mehrkosten. Lieber großzügig planen.
#2Elektroplanung zu spät
Wer Steckdosen, Schalter und Leuchten erst kurz vor dem Verputzen festlegt, hat keine Zeit für eine durchdachte Planung. Die Elektroplanung gehört früh auf den Tisch, am besten mit einem Rundgang Raum für Raum.
#3Alte Anlage nur teilweise erneuert
Neue Steckdosen an alten Leitungen ohne FI-Schutz sind ein Sicherheitsrisiko. Im Altbau lohnt die konsequente Erneuerung statt Stückwerk.
#4Keine Leerrohre für später
Wer im Neubau keine Leerrohre vorsieht, kann Netzwerk, Smart Home oder eine Wallbox später nur aufwendig nachrüsten. Leerrohre kosten beim Bau fast nichts.
#5Eigenarbeit am Stromnetz
Selbst gesetzte Steckdosen gefährden Versicherungsschutz und Gewährleistung. Arbeiten am Netz gehören ausnahmslos in einen eingetragenen Fachbetrieb.
10. Häufige Fragen
Was kostet eine komplette Elektroinstallation?
Ein Einfamilienhaus mit 120 m² kostet im Neubau 12.000-20.000 €, eine Komplettsanierung der Elektrik 18.000-35.000 €. Pro Steckdose werden 80-150 € fällig, ein neuer Sicherungskasten kostet 800-2.000 €. Den Endpreis bestimmt vor allem der gewählte Ausstattungsstandard.
Was kostet eine einzelne Steckdose?
Eine Unterputz-Steckdose neu zu setzen kostet 80-150 € inklusive Material und Arbeit, vorausgesetzt, ein Stromkreis liegt in der Nähe. Muss erst eine neue Leitung gezogen werden, kommt das dazu. Aufputz ist günstiger als Unterputz, weil keine Schlitze gestemmt werden.
Muss die Elektrik im Altbau erneuert werden?
Bei Häusern vor 1970 ist es dringend zu empfehlen. Anzeichen für eine überfällige Anlage sind fehlende FI-Schutzschalter, Schraubsicherungen, zu wenige Stromkreise oder Stoffummantelung an den Kabeln. Ein E-Check für 150-300 € zeigt den Zustand.
Wie viele Steckdosen brauche ich pro Raum?
Der Richtwert für eine komfortable Ausstattung liegt im Wohnzimmer bei rund 10-12 Steckdosen, in der Küche bei 10 und mehr inklusive der Arbeitsplattenanschlüsse, im Schlafzimmer bei 6-8. In der Rohbauphase ist jede zusätzliche Dose günstig, das spätere Nachrüsten teuer.
Wie lange dauert eine Elektroinstallation?
Im Neubau dauert die Elektroinstallation 2-3 Wochen, eine Altbau-Erneuerung 1-2 Wochen plus die Zeit für das Verputzen der gestemmten Schlitze.
Darf ich selbst Steckdosen setzen?
Nein. Arbeiten am Stromnetz dürfen in Deutschland nur eingetragene Elektrofachbetriebe ausführen. Eigenarbeit gefährdet den Versicherungsschutz und die Gewährleistung und ist im Schadensfall ein erhebliches Risiko.
Sind Rauchmelder Pflicht?
Ja. Rauchmelder sind in allen Bundesländern in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren Pflicht. Ein Standard-Melder kostet 15-25 €, ein funkvernetzter Melder, der mit allen anderen gemeinsam auslöst, 30-40 €.
Lohnt sich Smart Home?
Für mehr Komfort und Energieeffizienz ja. Funkbasierte Systeme lassen sich jederzeit nachrüsten und sind günstig. Ein fest verkabeltes KNX-System ist teurer, aber sehr zuverlässig und im Neubau sinnvoll, weil das Nachrüsten dort entfällt.
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- Leerrohre vorsehen: sie machen spätere Erweiterungen einfach und billig.
- Aufputz im Bestand prüfen: ein Kabelkanal spart in Keller und Garage das Stemmen und Verputzen.
- Standard-Schalterprogramm wählen: Designserien kosten ein Vielfaches der Funktion.
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